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Wer sind die besten Hochschuldozierenden, und wie lehren sie eigentlich? In einer umfangreichen qualitativen Studie hat Ken Bain versucht, das zu beantworten, und die Ergebnisse im Buch „What the Best College Teachers Do“ zusammengefasst. Ganz zentral sind die Fragen, die sich diese Dozierenden stellen, wenn sie eine neue Lehrveranstaltung planen. Lassen Sie sich davon inspirieren.
Welche grundlegenden Fragen über Leben, Menschheit und Universum werden die Studierenden dank dieser Veranstaltung beantworten können? Hinter spezifischen Themen (etwa: Wie begann der Erste Weltkrieg?) stecken größere, übertragbare Fragen (Sind große Ereignisse unvermeidbar, oder können Einzelne sie steuern?). Diese „großen Fragen“ packen das Interesse der meisten Studierenden.
Was heißt es, im Fach wissenschaftlich zu denken? Hier geht es um Methoden: Instrumente, Modelle, Zitier- und Schreibstile, Prozesse.
Studierende bringen hartnäckige Denkmuster mit, die explizit angegangen werden müssen, bevor Neues verankert werden kann. Fragen Sie sich, welche Stolpersteine aus unzureichendem Vorwissen entstehen könnten.
Erst hier geht es um „Input“: Inhalte, Lehrmethoden und Medien werden gewählt – auch in einem Flipped-Classroom-Setting.
Nachhaltige Veränderung erfordert ein gewisses Maß an Schwierigkeit; Fehler und Scheitern gehören dazu. Überlegen Sie sich Erklärungen, Sprechstunden, (Peer-)Feedback, Lerntagebücher oder Quizfragen.
Wissenschaft ist nie vollständig. Studierende sollten lernen, dass kritisches Hinterfragen zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört – zeigen Sie Konflikte und Lücken in der Forschung auf.
Fragen Sie Vorwissen, Erwartungen und Interessen vor dem Semester ab und überlegen Sie, wie Sie mit den Ergebnissen umgehen – Verbindungen aufzeigen, Zusatzangebote bereitstellen, Themen aufnehmen oder streichen.
Befähigen Sie Studierende, auch über das Studium hinaus effizient zu lernen: Informationsquellen, effektives Lesen, Reflexion des eigenen Lernens – etwa über Lerntagebücher.
Im Sport erhalten Lernende tausende Rückmeldungen, bevor sie geprüft werden. Überlegen Sie, wie Studierende viel Feedback erhalten, bevor bewertet wird: Peerfeedback, Selbsteinschätzungen, Online-Tests, Musterlösungen, Diskussionen.
Statt zu fragen, was sie „vermitteln“ wollen, fragen die Besten, wie sie zum aktiven Denken anregen. Foliendesign, Vortragslänge, Metaphern, aktivierende Methoden – jede Entscheidung hält die Studierenden am Ball.
Studierende wie Dozierende müssen Leistung möglichst objektiv bewerten können. Sorgfältig formulierte Bewertungskriterien, die „große Fragen“ und Kompetenzen widerspiegeln, verständlich formuliert und rechtzeitig besprochen, machen sichtbar, was Studierende wirklich leisten können.
Wenn Sie sich bei der Planung fragen, welchen Sinn Ihre Lehre verfolgt, was Ihre Studierenden mitbringen und wie Sie vorgehen wollen, sparen Sie sich Zeit und Stress bei der Durchführung – und gestalten eine motivierende, lernförderliche Veranstaltung. Die Fragen sind kein starres Muster, sondern eine Inspiration.
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