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Wie können Dozierende in der virtuellen Präsenzlehre die Aktivität der Studierenden stärken und sie kollaborativ in die Lehre einbeziehen? Wenn auch der direkte Face-to-Face-Kontakt erschwert ist, gibt es dennoch Möglichkeiten, die Lernbedürfnisse der Studierenden wahrzunehmen und echte Kommunikation stattfinden zu lassen.
In den letzten Jahren hat sich der Begriff der „agilen Didaktik“ geprägt. Christof Arn beschreibt in seinem Buch „Agile Hochschuldidaktik“: „Wer sich auf echte Kommunikation einlässt, wird beweglich reagieren müssen und wollen. … Diese Didaktik entsteht überhaupt erst im Miteinander mit den Lernenden.“ Ausgehend von diesem Lehr-/Lernverständnis und in Kombination mit agilen Unterrichtskonzepten wie eduScrum haben sich folgende Elemente in der virtuellen Präsenzlehre bewährt.
Video-Konferenz-Systeme bieten attraktive Möglichkeiten, jederzeit direktes, anonymisiertes Feedback einzuholen. Besonders bewährt haben sich die Stempel-Abfrage (unter der Zoom-Rubrik „Kommentieren“) – z.B. als Icebreaker („Wie bist du heute hier?“), zur Selbsteinschätzung des Lernstands oder für promptes Feedback zum Verständnis – und die anonyme Chat-Abfrage, bei der sich alle in „xxx“ umbenennen. Anders als in der physischen Präsenz leisten so auch zurückhaltendere Studierende einen konstruktiven Feedback-Beitrag.


Um sich als Lehrperson am Lernen der Lernenden orientieren zu können, braucht es echte Kommunikation. Sehr gute Erfahrungen haben wir mit sogenannten Wünsch-dir-was-Videos gemacht (im Sinne des Just-in-Time-Teachings): Über ein Kurs-Padlet platzieren und bewerten die Studierenden Themenwünsche für Input-Videos, die die Lehrperson dann produziert. So orientiert sich die Lehrperson am tatsächlichen Lernbedarf, und die Studierenden fühlen sich wahr- und ernstgenommen. Videos, bei denen das Thema Schritt für Schritt händisch erarbeitet wird, werden dabei als besonders hilfreich eingeschätzt.

Durch eine agile Grundhaltung sowie durch niederschwellige Interventionen ist es für Dozierende auch in der virtuellen Präsenzlehre möglich, die Aktivität und soziale Eingebundenheit der Studierenden zu fördern, sie in die Lehre einzubeziehen und den Lehr-Lern-Prozess gemeinsam mit ihnen zu gestalten.
Herzlichen Dank für den Gastbeitrag an Prof. Julia Rausenberger und Dr. Oliver Mülken, Hochschule für Life Sciences FHNW.
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