Jetzt kostenlose Tipps & Gratis-eBook sichern
Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig sofort umsetzbare, wissenschaftlich fundierte Impulse für Ihre Lehre – plus unser Gratis-eBook direkt zur Anmeldung.

Viele Hochschulen möchten soweit als möglich zurück zur Präsenzlehre. Solange aber Abstandsregeln eingehalten werden müssen, sind die meisten Räume zu klein, um alle Studierenden gleichzeitig zu unterrichten. Deshalb wird immer wieder diskutiert, einen Teil der Gruppe in Präsenz zu unterrichten und den anderen Teil via Webkonferenz dazuzuschalten. Dieses Setting ist als Blended Synchronous Learning bekannt.
Der Mehrwert gegenüber einer reinen Webkonferenz: Die Studierenden können sich wenigstens zum Teil wiedersehen und Gemeinschaft erleben – und wir können zur Präsenz zurückkehren.
Ist die Hochschule technisch nicht perfekt ausgestattet, wird die Teilnahme für die Online-Studierenden sehr mühsam: Sie verstehen vieles im Raum Gesprochene nicht, können sich kaum an der Diskussion beteiligen, und der Einsatz von Pinnwand oder Flipchart ist fast ausgeschlossen. Die Gefahr besteht, dass die Online-Teilnehmenden in einer rein beobachtenden Rolle gefangen bleiben. Herausholen können wir sie nur, indem wir auch die Präsenzstudierenden an die Laptops setzen – dann sind Umfragen, virtuelle Pinnwände und gemeinsame Diskussionen möglich.
Der Vorteil: Es lässt Studierenden die Wahl, ob sie in Präsenz oder online teilnehmen, und ermöglicht auch Menschen mit vielen Verpflichtungen (Erwerbstätigkeit, Kinderbetreuung) den Zugang (Bower et al., 2014). Studien zeigen, dass Studierende dieses Blended Synchronous Learning schätzen. Einen Schritt weiter geht der Hyflex-Ansatz (Beatty, 2019), der zusätzlich eine asynchrone Zugangsform anbietet.
Die Stärke des Settings ist, dass Studierende eine Wahl haben und sich dadurch wertgeschätzt fühlen. Schreiben wir ihnen vor, wer wann in Präsenz sein muss, verliert das Setting seinen Vorteil. Am besten schaffen wir wochenweise Anmeldemöglichkeiten, damit alle, die möchten, hin und wieder einen Platz in der Präsenz bekommen.
Die Studierenden müssen vorab sehr gut über das Setting mit all seinen Vor- und Nachteilen informiert werden. Wir sollten verdeutlichen, dass wir es wählen, um ihnen wieder Präsenz zu ermöglichen – und auch die Nachteile offen ansprechen. Nur so können sie eine reflektierte Wahl treffen.
Ohne durchdachte Vorbereitung hält niemand diese Doppelbelastung aus. Haben Sie in Vorbereitung und Durchführung stets beide Gruppen im Blick und stellen Sie alle Materialien bereits vor der Sitzung online zur Verfügung.
Damit die Online-Teilnehmenden nicht benachteiligt werden, sollten alle Teilnehmenden – auch die im Seminarraum – Zugang zu einem Laptop und der Webkonferenz haben. So kann gemeinsam an virtuellem Whiteboard oder Pinnwand gearbeitet werden.
Nutzen Sie den Textchat als Backchannel für Fragen und Austausch. Da es anstrengend ist, beide Gruppen im Blick zu behalten, empfiehlt sich eine Assistenz zur Betreuung des Backchannels – oder ein Patensystem, bei dem Präsenzstudierende die Fragen von Online-Studierenden weitergeben und sich beide Gruppen zugleich vernetzen.
Grundsätzlich sind alle Methoden denkbar, die auch in einem virtuellen Präsenzsetting funktionieren: gemeinsame Arbeit an Whiteboard, Pinnwand oder Etherpad, Umfragen, Vorträge (in Maßen). Besonders geeignet sind Gruppenarbeiten (Präsenzgruppen im Raum, Online-Gruppen in Breakout-Sessions, Ergebnisse verschriftlicht teilen), Fishbowl-Diskussionen (Präsenz diskutiert, Online beobachtet und protokolliert) und Rollenspiele (Online übernimmt die Beobachterrolle).
Eine methodisch abwechslungsreiche Gestaltung dieser Blended Synchronous-Settings ist nur möglich, wenn alle Studierenden Zugriff auf einen Laptop haben und in gewisser Weise aus dem Seminarraum an der Videokonferenz teilnehmen können. Der Mehrwert ist nur gegeben, wenn die Studierenden sich in ihrer Autonomie gestärkt sehen, weil sie selbst wählen können. Fällt auch das weg, sollte man gleich ganz auf Lehre via Videokonferenz umsteigen.
Melden Sie sich für unseren Newsletter an und erhalten Sie regelmäßig sofort umsetzbare, wissenschaftlich fundierte Impulse für Ihre Lehre – plus unser Gratis-eBook direkt zur Anmeldung.
Gratis bei Anmeldung zum Newsletter!