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Verschiedene Bausteine können die bekannte Art zu lehren und zu lernen ergänzen: zum Beispiel die Lehrmethode Just-in-Time-Teaching (JiTT). Dabei bekommen die Studierenden vor der Lehrveranstaltung einen klar formulierten Studierauftrag mit anschließendem Online-Quiz. Die aus dem Quiz resultierenden studentischen Fragen führen zu einer Anpassung der Lehrveranstaltung. In Präsenz oder Live-Online kann als weitere Methode die Diskussion in Kleingruppen, genannt Peer Instruction (PI), verwendet werden. Beide werden seit über acht Jahren erfolgreich in MINT-Projekten an der TH Rosenheim eingesetzt – mit deutlich höherem Lernzuwachs, mehr erfolgreichen Erstprüfungen und höherer studentischer Zufriedenheit als im klassischen seminaristischen Unterricht.
Die Methode beginnt bereits in der ersten Lehrveranstaltung mit der Ankündigung des ersten Studierauftrags: Ein vorgegebenes Thema soll selbständig studiert und dazu ein Online-Vorquiz im LMS bearbeitet werden (Lesekontrollfrage, Verständnisfragen, kleine Rechenaufgaben). Zusätzlich stellen die Studierenden selbst eine Frage zum Thema („Frage nach der Frage“). Die Lehrperson bereitet die folgende Veranstaltung anhand der ausgewerteten Ergebnisse vor – das ist das „Just-in-Time“. Ziel ist nicht, den Stoff allein zu lernen, sondern Vorwissen mitzubringen und den Lehrenden Einblick zu geben, was verstanden wurde. Ein anspruchsvolleres Nachquiz schließt die Schleife.

Wohlüberlegte Fragen, die auf das Konzeptverständnis zielen, werden mit Abstimmungssystemen („Clicker“, Apps, Umfragetools) zunächst einzeln beantwortet. Nach Sichtbarmachen der Antwortstatistik erklären sich die Studierenden in Peer-Diskussionen gegenseitig die Zusammenhänge (die richtigen Argumente überzeugen erfahrungsgemäß) – Live-Online in Breakout-Rooms. Eine weitere Abfrage stellt sicher, dass alle zum richtigen Verständnis gelangt sind. Wichtig ist die Qualität der Fragen: nicht „Wer wird Millionär“, sondern Fragen, die ein gedankliches Konzept adressieren und wirkliches Nachdenken erzeugen.

Mit JiTT und PI erreichen wir, dass Studierende das ganze Semester zu kontinuierlichem Arbeiten angeregt werden, mit eigenen Fragen zum Thema kommen, im Unterricht häufig über 50 % mitmachen, sich eigenständig Wissen aneignen lernen und eine zeitnahe, individuelle fachliche Rückkopplung erhalten.
Herzlichen Dank für den Gastbeitrag an Christine Lux und das PRO-Aktjv-Team der TH Rosenheim.
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