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Eine Herausforderung der digitalen Lehre ist es, als Lehrperson vor einer „dunklen Wand“ zu sitzen, während man mittels Video-Konferenztool unterrichtet. Weshalb haben Studierende ihre Kamera nicht eingeschaltet? Dieser Beitrag zeigt aus Sicht einer Studierenden, wann Sie mit einer dunklen Wand rechnen müssen, und bietet Tipps, wie Sie sie vermeiden.
Als Studierende:r sitzt man meist im Schlafzimmer und empfindet es als unangenehm, die Wohnungsgegebenheiten zu präsentieren – für manche ist es eine Verletzung der Privatsphäre. Auch die Diskussion über den Datenschutz verunsichert viele. Hinzu kommen schlechte Internetverbindungen und mangelnde technische Ausstattung (gute Webcams oder Mikrofone sind teuer). Und in der digitalen Lehre fehlt die soziale Einbindung – alles ist anonymer.
Für mich als Studentin war es sehr unterstützend, dass einige Dozierende zu Beginn betont haben, dass die digitale Lehre auch für sie selbst neu und ungewohnt sei, und uns ermutigt haben, aktiv zu sein. Das stärkt die soziale Komponente – man merkt, dass man nicht allein ist. Sie können Ihre Studierenden außerdem zu Beginn einfach freundlich bitten, die Kamera einzuschalten, damit Sie nicht ins „große Dunkle“ sprechen – meist gehen dann einige Kameras mit lächelnden Gesichtern an.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Ich lasse die Kamera eher an, sobald wir als Studierende mehr eingebunden werden. Eineinhalb Stunden am Stück „nur“ zuzuhören, ist sehr anstrengend. Digitale Lehrveranstaltungen sind viel angenehmer und produktiver, wenn wir eingebunden werden – durch kurze Lernstopps, Diskussionen in Break-out-Rooms oder Wortmeldungen per Mikrofon oder Chat. Interaktivität und Abwechslung sind ein Muss in der digitalen Lehre.
Es gibt weitere Gründe, weshalb Kameras ausbleiben – Desinteresse, Demotivation, anderweitige Beschäftigungen. Aber mit den genannten Tipps schaffen Sie es bestimmt, die motivierten und weitgehend motivierten Studierenden zu aktivieren. Eine freundliche Bitte zu Beginn kann viel bewirken, und ein kurzer Eisbrecher hilft über die anfangs hohe Hemmschwelle.
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