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Seit der Pandemie sind Lehrvideos in der Hochschullehre alltäglich geworden. Hier erfahren Sie, wie Sie mit wenig Aufwand gute und lernförderliche Lehrvideos erstellen können.
Auch über den virtuellen Raum lohnt es sich, eine Beziehung aufzubauen: Stellen Sie sich ruhig auch mal vor die Kamera. Ihr Auftritt muss nicht perfekt sein – ein Versprecher oder ein bellender Hund im Hintergrund wirken sogar sympathischer. Und: Guter Ton lässt ein Video besser aussehen, denn Zuschauer:innen verzeihen schlechte Bild- eher als schlechte Audioqualität.
Überlegen Sie sich vorab grob, was Sie sagen wollen – bei einer Vorstellung gern etwas Persönliches statt des Lebenslaufs. Ein normaler Arbeitsplatz oder Küchentisch reicht als Kulisse; sorgen Sie für kräftiges Tageslicht und mischen Sie kein künstliches und natürliches Licht. Reden Sie sich bei laufender Kamera warm (dieser Teil wird später weggeschnitten), schauen Sie sich die Aufnahme an und starten Sie ggf. neu, bevor Sie zu lange in suboptimalen Vorgängen verharren.
Ihre Handy- oder Laptop-Kamera reicht völlig aus. Achten Sie auf den Kamerawinkel – nie von unten („Nasenloch-Perspektive“), sondern auf Augenhöhe oder leicht darüber. Ein kleines Ansteck-Mikrofon oder Headset verbessert den Ton spürbar. Ein teures Schnittprogramm ist unnötig: Zum Abschneiden von Anfang und Ende genügen kostenlose Online-Tools oder der VLC-Player. Ein Stativ erleichtert die Aufnahme.

Wollen Sie etwas am Bildschirm demonstrieren, nehmen Sie einen Screencast auf – Sie brauchen nur ein Mikro und eine Aufnahmesoftware (z. B. das günstige SnagIt oder kostenlose Tools). Alternativ nimmt PowerPoint direkt Folien und Stimme auf und speichert das Ergebnis als Video – auf Wunsch mit eingeblendeter Webcam. Beide Wege sind einfach und kostengünstig.
Schneiden Sie direkt nach der Aufnahme, trennen Sie gute und schlechte Stellen hörbar (z. B. durch dreimaliges Klatschen), arbeiten Sie beim Durchhören mit anderthalbfacher Geschwindigkeit und schneiden Sie von hinten nach vorn.
Videos bis etwa 6 Minuten werden meist ganz geschaut – produzieren Sie also lieber kurze Videos und teilen Sie längeren Stoff in mehrere Teile mit klaren Titeln. Stellen Sie vor jedem Video Leitfragen, die danach beantwortet werden können – das steigert den Lernerfolg. Und sprechen Sie eher zügig; wer langsam spricht, weist die Studierenden auf die Möglichkeit erhöhter Abspielgeschwindigkeit hin.
Sie können gleich heute beginnen, wirksame Lehrvideos zu erstellen, ohne dass es viel Zeit oder Geld kostet. Haben Sie keine zu hohen Ansprüche – Ihr Video muss nicht auf „Hollywood-Niveau“ sein. Die Studierenden werden es so oder so schätzen.
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