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Wann sind Studierende zufrieden mit einer Lehrveranstaltung? Studierende sind individuell, es gibt also 1001 Antworten. Es gibt aber eine Handvoll allgemeiner Faktoren mit starken positiven Effekten auf Zufriedenheit und Lernerfolg. Ganz vorne dabei ist die Beziehung zu dem oder der Dozierenden. Wenn Studierende sich wertgeschätzt und verstanden fühlen, der Lehrperson vertrauen und bestenfalls etwas mit ihr gemeinsam haben, dann fühlen sie sich wohler und lernen mehr – auch, oder vielleicht sogar vor allem, online. Mithilfe von Lehrvideos lässt sich diese Beziehung mit wenig Aufwand aufbauen. Hier sind 5 Tipps.
Zeige in deinen Videos mehr als nur deine „Lebenslauf-Persönlichkeit“. Nutze Dinge, die um dich herum sind (die Lieblings-Tasse, die Katze, die ins Bild läuft), erzähle von Hobby, Wohnort oder Lieblings-Medien und teile persönliche Erfahrungen mit dem Stoff. Je mehr kleine persönliche Dinge du teilst, desto eher können sich die Studierenden mit dir identifizieren und nehmen dich als authentisch und ansprechbar wahr.
Perfekte Videos sind nicht nur unnötig, sondern vielleicht sogar schädlich – denn Fehler machen sympathisch. In einer Studie kam ein kompetenter Mann, der zusätzlich Kaffee über sich schüttete, am besten an. Sieh deine ganz normalen Hintergründe und die unprofessionelle Beleuchtung als Vorteil. Solange das Video von den Sinnen her angenehm zu gucken ist, kannst du dich zufriedengeben – Hollywood-Qualität kann in Hollywood bleiben.
Passive Formulierungen mit vielen Substantivierungen wirken kalt. Statt „Der Syllabus befindet sich im ersten Ordner“ lieber: „Den Syllabus finden Sie im ersten Ordner.“ Statt „Fragen können in meiner Sprechstunde gestellt werden“: „Kommt gerne in meine Sprechstunde, wenn ihr Fragen habt.“
Lernende sind motivierter, wenn sie verstehen, warum sie etwas tun sollen. Zeige also auch in der Lehre den „Rechenweg“: Erzähle, warum die Inhalte relevant sind und warum du diese Methoden gewählt hast – nicht als Rechtfertigung, sondern als knappe, verständliche Darstellung deines Vorgehens.
Videos von sich selbst aufzunehmen ist eine Herausforderung – man wird rot, verspricht sich, kann die eigene Stimme nicht ausstehen. Wichtig ist deshalb zunächst die Beziehung zu sich selbst: Schicke dir ein inneres Lächeln zu und sag dir: „Ja, das gehört dazu. Ich schaff das schon.“ Diese Haltung wird sich auch im Video widerspiegeln.
Lehrvideos machen uns menschlich, ansprechbar und sympathisch – das kann in der Lehre ganz Großes bewirken, und das mit wenig Aufwand. Trau dich, in deinen Videos für Studierende du selbst zu sein. Das ist nicht nur in Ordnung, sondern die beste Art, um dranzugehen.
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