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Durch Corona wurden wir in den vergangenen Monaten und Jahren zu Online-Unterricht gezwungen. Jetzt finden Lehrveranstaltungen wieder vor Ort statt – und das ermöglicht den Dozierenden, aus dem Vollen zu schöpfen, denn sie haben eine Menge neuer Methoden ausprobiert und evaluiert. Was während der Pandemie Pflicht war, wird zur Kür. Aber bei neuen Unterrichtsformen geht es nicht nur um Digitalisierung: Ausgangspunkt für die Frage nach geeigneten Methoden sollte nicht die Technik sein, sondern die Inhalte und die Lernziele.
Studierende sind stark in ihren Alltag eingebunden, manche arbeiten oder haben eine Familie. Sie brauchen Flexibilität und bringen unterschiedliche Vorkenntnisse mit. Ein Ziel von Aus- und Weiterbildungen ist deshalb zunehmend, Studierende zu befähigen, sich selbst Wissen anzueignen – also „lernen zu lernen“ und auch kollaborativ zu lernen. Blended-Learning-Ansätze mit individueller Vorbereitung und anschließenden gemeinsamen Veranstaltungen entlasten den Online-Unterricht.
Daraus ergibt sich eine vielfältige Palette an Formaten (vor Ort, online, hybrid). Wenn Studierende vor Ort kommen, wollen sie einen konkreten Mehrwert – gefragt ist vor allem der soziale Austausch. Die asynchrone Phase mit selbstgesteuertem Lernen fordert Eigenverantwortung und intrinsische Motivation. Die Aufgabe von Dozierenden verschiebt sich damit von der Wissensvermittlung zum Lerncoaching.
Die aktuelle didaktische Diskussion geht davon aus, dass die Wissensaneignung (der erste Kontakt mit neuem Wissen) gut asynchron bewältigt werden kann – erstens, weil Studierende ein unterschiedliches Tempo und unterschiedliche Vorlieben haben, und zweitens, weil synchrone Lernzeit besser für die interaktive Auseinandersetzung und kollaboratives Lernen genutzt wird.
Die Entscheidung für bestimmte Methoden sollte erst gefällt werden, wenn Inhalte und Lernziele feststehen. Als Faustregel gilt: Nach spätestens 20 Minuten sollte ein Wechsel erfolgen – z.B. von Input zu Plenumsdiskussion, Gruppenarbeit oder Quiz. Ein durchgängiger Vorlesungs-Stil eignet sich weder online noch vor Ort für nachhaltiges Lernen.


Es ist sinnvoll, die Methoden auch an den Vorlieben von Studierenden und Dozierenden auszurichten: Wenn wir Methoden wählen, die zu uns passen, wirken wir authentischer.
Leistungsnachweise im Open-Book-Modus können eine größere Bandbreite an Lernzielen abfragen. In jedem Fall soll eine Prüfung die Lernziele abdecken, und Übungsaufgaben während der Lernphasen sollten Übungsmöglichkeiten für den Leistungsnachweis enthalten. Wir haben jetzt die Chance, all das Gute aus der Fernunterricht-Zeit mitzunehmen und unseren Unterricht optimal an Inhalten und Lernzielen auszurichten.
Dr. Sascha Demarmels ist Mitarbeiterin in der Hochschulentwicklung der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und dort u.a. verantwortlich für die didaktische Weiterbildung der Dozierenden.
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