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Kennen Sie das? Sie haben mehrere Stunden aufgebracht, um einen ordentlichen Syllabus zu gestalten – aber das ganze Semester lang schreiben Ihnen Studierende E-Mails und fragen Sie Dinge, die im Syllabus stehen. Das kenne ich selbst nur allzu gut.
Um das Problem zu lösen, sollten wir einen Schritt zurücktreten und überlegen, welche Lernziele wir eigentlich für den Syllabus haben. Denn im Prinzip ist dieser auch ein Inhalt, den wir unterrichten. Meine Lernziele für den Syllabus lauten:
Das Dokument an sich kann diese Lernziele nicht erreichen. Wir müssen etwas damit tun, damit die Studierenden dorthin kommen!
Wir sollten die Studierenden bitten, Fragen zu stellen. Hier ist das Framing wichtig. Wir sagen nicht „Habt ihr Fragen?“, sondern z.B.: „Bringt zur ersten Sitzung bitte mindestens eine Frage zum Syllabus mit; die werden in Kleingruppen (bei Padlet) gesammelt und dann sprechen wir darüber.“ Danach muss das Wissen noch verankert werden – wie wäre es mit einem spielerischen kleinen Quiz zum Syllabus, oder einem Spiel, wer am schnellsten eine bestimmte Info nachschlagen kann?
Diesen Wunsch sollten wir ganz transparent machen. Erklären Sie den Studierenden, warum es so viel Zeit kostet, wenn dauernd dieselbe Frage gestellt wird. Wichtig ist auch, dass der Syllabus gut strukturiert und leicht zu lesen ist. Erinnern Sie die Studierenden an die Suchfunktion im PDF-Reader (STRG+F).
Relevanz spielt hier die Musik! Je transparenter es ist, wozu wir bestimmte Aktivitäten, Tools, Deadlines und Regeln einsetzen, desto eher halten sich die Studierenden daran. Indem wir ein Feedback zum Syllabus einholen – etwa anonym, worauf sie sich am meisten freuen und wo sie noch Unsicherheiten haben, oder per „muddiest point“ –, erhöhen wir die Chance, dass Studierende auch später mitspielen.
Wenn wir die Learning Outcomes rund um den Syllabus erreichen wollen, sollten wir also mit dem Dokument mehr tun, als es einfach auszuteilen (oder, noch schlimmer, Satz für Satz vorzutragen). Mithilfe von Aufgabenstellungen, Brainstormings, Quizzen und Diskussionen können wir nicht nur sicherstellen, dass die Studierenden den Syllabus gelesen haben, sondern schaffen auch eine bessere Basis für die ganze Lehrveranstaltung.
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