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Heute ist es mir zum ersten Mal passiert: die erste richtig dicke technische Störung, die eine Lehrveranstaltung massiv gestört hat. Es war sehr frustrierend, aber ich habe das Beste draus gemacht – für mich und für die Teilnehmenden. Was mir durchgeholfen hat – technisch, didaktisch, innerlich – liste ich hier auf.
Der Plan: ein zweistündiges Treffen in Zoom mit 15 Teilnehmenden, die ich noch nicht kannte. Ziel: Kennenlernen, Vorwissen aktivieren, Ziele für den Kurs setzen – mit vielen Umfragen, Diskussionen, Breakout-Rooms und Kennenlernspielen.
Das Problem: Zoom findet kein Mikro, keine Lautsprecher – egal welches meiner zahlreichen Audio-Geräte ich ausprobiere. In anderen Programmen geht alles problemlos. Also ein Zoom-Problem. Und das Meeting beginnt in fünf Minuten.
Ich habe den Teilnehmenden im Chat geschrieben, dass ich den Raum kurz schließe und wieder aufmache. Neustarts helfen oft – leider diesmal nicht.
Ich könnte die Veranstaltung auch über wonder.me hosten (dort sind keine Accounts nötig). Die Kursorganisatorin schlug vor: zuerst IT anrufen, dann ggf. ausweichen. Die IT ging sofort ran – sagte aber den Satz, den man nie hören will: „Von dem Problem haben wir noch nie gehört.“ Also ab nach Wonder.
Über E-Mail und Zoom-Chat haben wir die Teilnehmenden zu Wonder eingeladen. Sie tauchten nach und nach auf, mussten sich aber erst zurechtfinden. Hier habe ich etwas die Übersicht verloren.
Es war mir wichtig, offen und authentisch über die Situation zu sprechen – mit Humor und einer Mischung aus Gelassenheit und Frust.
Mit der Broadcast-Funktion in Wonder habe ich alle angesprochen und die Aufgabe gegeben, sich in kleinen Gruppen über drei Leitfragen kennenzulernen – das bot Struktur und mir etwas Freiraum.
Während die Teilnehmenden sich unterhielten, habe ich mich kurz zurückgezogen, tief durchgeatmet und Selbstmitgefühl praktiziert: Störungen gehören dazu, sind nicht vermeidbar und betreffen auch andere.
Über den Chat konnten die Teilnehmenden ihre Gedanken teilen. Ich habe das Treffen nach halber Zeit abgebrochen – lieber einen Plan B erfinden, als Plan A erzwingen. Einige antworteten, es sei trotzdem ein gutes Treffen gewesen. „Kann passieren.“
Ich bin kurz spazieren gegangen und habe die frische Winterluft mehrfach tief ein- und ausgeatmet. Nach ein paar hundert Metern hat mein Körper den Stress losgelassen.
Die fehlenden Inhalte habe ich als Video abgedreht und hochgeladen und zusätzlich eine Sprechstunde über Zoom angeboten. Mit Videos lässt sich vieles nachholen, was live fehlgeschlagen ist.
Zoom deinstallieren und neu installieren – damit war es gelöst. Hätte ich das direkt probiert, wäre das Problem schnell weg gewesen.
Ein frühzeitiger Technik-Check hätte die Panne verhindert. Technische Pannen können aber auch trotz bester Vorbereitung aufkommen. Wenn sie passieren, zählen transparente Kommunikation, Selbstmitgefühl und didaktische Flexibilität. Damit kann die Panne sogar zur Chance werden: um Neues auszuprobieren, die Beziehung zu den Teilnehmenden zu stärken und sich selbst zu beweisen, dass man auch Pannen gut überwinden kann.
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