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Wir unterrichten als Lehrbeauftragte an der Hochschule Furtwangen das Wahlfach „HPLC Methodenentwicklung und Optimierung“. Eine HPLC ist ein analytisches Nachweisgerät im medizinischen Bereich, mit dem man kleinste Spuren von Stoffen nachweisen kann. Diese Geräte sind teuer und wartungsintensiv – kaum eine Hochschule ist damit ausgestattet, und wo es sie gibt, sind sie meist für Forschung reserviert. Theoretisch wird die Funktionsweise gelehrt, praktisch arbeitet kaum jemand damit. Genau hier setzt unsere Vorlesung an.
Wir arbeiten beide hauptberuflich mit HPLC-Geräten – in einem diagnostischen Labor bzw. in der Gerätewartung. Da wir beide an der Hochschule Furtwangen studiert haben, wollten wir den Studierenden eine Vorlesung inklusive virtuellem Praktikum anbieten: Sie sollen selbst „virtuell“ anhand von Videos eine Methode auf diesen Geräten entwickeln und das Ergebnis beurteilen.
Zur Einleitung haben wir mehrere Videos erstellt, die die Basics der HPLC-Methodik vermitteln. Jedes Video schließt mit einem kurzen Mini-Test ab – zur Anwesenheitskontrolle und zur Verständnisprüfung. Über das Learning Management System sehen wir, wo Studierende ein Video pausiert haben, und können daraus ableiten, welche Stellen wir in Zukunft genauer erklären müssen.
Nach den Grundlagenvideos folgt der praktische Teil: In kleinen Gruppen erarbeiten die Studierenden eine HPLC-Methodik. Sie erstellen eine Art „Kochrezept“ mit den nötigen Geräteeinstellungen; diese übertragen wir auf die Testgeräte in unserer Firma und starten den Lauf. Das Ergebnis erhalten die Studierenden über das LMS. Anschließend folgt eine Online-Diskussion: Was ging schief? Wie beurteilt man das Ergebnis? Was könnte man verbessern? Entgegen unserer Erwartung haben die Studierenden das Diskussionsforum wirklich rege genutzt. Im zweiten Teil ging es um die Optimierung der Methode – so wurde quasi ein virtuelles Laborpraktikum simuliert.

Wir sind überzeugt, dass sich dieses Konzept mit Mini-Praktikum auch auf andere Fächer übertragen lässt – dafür bräuchte es aber mehr Kooperationen zwischen Hochschulen und Industrie, da nicht jede Hochschule die Geräte besitzt. Eine gute Kontaktpflege zu Absolvent:innen ist dabei sehr wichtig. Das überwiegend positive Feedback der Studierenden bestärkt uns: klare Struktur, gute Videos, wöchentliche Tests, die vor dem Aufschieben schützen, und eine gelungene Live-Simulation.
Herzlichen Dank für den Gastbeitrag an Nico Laur und Attila Duyar.
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