Didaktik-To-Go: Verhindern Sie ein drohendes Blackout in einer mündlichen Prüfung…

gelbes Fenster

… indem Sie z. B. ein Fenster öffnen.

Wenn Sie in einer mündlichen Prüfung feststellen, dass Ihr/e Prüfungskandidat/in in Panik gerät oder ein Blackout droht, dann intervenieren Sie frühzeitig, indem Sie z. B. ein Fenster öffnen, sich die Nase putzen, einen Schluck trinken, d. h. indem Sie die Situation ändern.

Ihre Vorteile

  • Der/Die Prüfungskandidat/in erhält automatisch eine kurze Verschnaufpause, so dass sich der Stress etwas abbauen kann.
  • Sie verhindern möglicherweise, dass die Prüfungssituation ganz aus dem Ruder gerät und Sie gar nicht mehr wissen, wie Sie weitermachen sollen.

Warum ist das so?

Wenn sich ein Blackout anbahnt, gerät der Kandidat / die Kandidatin in Stress, was dazu führt, dass der Körper damit beschäftigt ist, mit dem Stress umzugehen. Für anspruchsvolle kognitive Tätigkeiten, wie Prüfungsfragen zu beantworten oder Prüfungsaufgaben zu lösen, bleibt keine Kapazität.

Indem Sie die Aufmerksamkeit kurz von Ihrem Kandidaten oder Ihrer Kandidatin wegnehmen, kann er oder sie kurzzeitig das Stresslevel abbauen und hat anschließend möglicherweise wieder mehr Kapazitäten für die kognitiven Aktivitäten frei. Würden Sie dagegen gleich sagen, dass Sie das Blackout erkannt haben, so könnte sich der Stresslevel beim Kandidaten oder der Kandidatin sogar noch erhöhen.

Meine Erfahrung damit

Es funktioniert. Ich selbst habe das als Geprüfte einmal erlebt. Ich war mit einer Frage konfrontiert, deren Antwort ich kannte, aber ich stand auf dem Schlauch. Langsam merkte ich, wie ich in Panik geriet. Schließlich entschied ich mich dafür, das einfach zuzugeben. Es auszusprechen, dass ich es gerade nicht wisse, hat meinen Stresslevel sofort gesenkt, und ich konnte die Antwort geben. Erleichterung 🙂

Didaktik-To-Go: Prüfen Sie fair, indem …

Eine Hand hält einen Stift und füllt Multiple-Choice-Fragen aus, warmes Licht im Hintergrund

… Sie die zu prüfenden Lernziele konkret benennen.

Tipp

Sagen Sie Ihren Studierenden bereits zu Beginn einer Lehrveranstaltung, was sie am Ende können sollen. 

Ihre Vorteile

  • So prüfen Sie später nicht den Zufall, mit dem sich die Studierenden auf das Richtige vorbereitet haben, d.h. Sie prüfen fairer.
  • Sie ersparen sich Fragen der Studierenden wie “Kommt das in der Klausur dran?” oder “Ist das klausurrelevant?”

Begründung

Wenn Sie Ihren Studierenden nicht nur die Themen der Prüfung benennen, sondern auch offenlegen, was sie mit diesen Inhalten tun können sollen, wissen diese, was zu lernen ist. Ansonsten wissen sie z.B. nicht, ob sie eine Theorie auswendig lernen sollen oder ob sie sie als Entscheidungsgrundlage für ein bestimmtes Vorgehen nutzen können sollen. Studierende können dann nicht wissen, was von Ihnen erwartet wird.

Meine Erfahrung damit

Nicht nur für die Studierenden wird die Vorbereitung auf die Prüfung transparenter. Auch für mich ist es sehr viel leichter, die Prüfung vorzubereiten, weil ich mir dann sehr viel klarer darüber werden muss, was ich eigentlich prüfen möchte. Um die Prüfung selbst dann zu erstellen, nutze ich sogenannte Blueprints. Diese helfen mir eine sinnvolle Gewichtung der Aufgaben bzw. Kriterien für die Bewertung von Prüfungen und Leistungsnachweisen vorzunehmen.

Denken Sie, dass Ihnen solche Blueprints auch helfen könnten?

Dann lernen Sie es doch in meinem Online-Kurs “Wie Sie Leistungsnachweise und Prüfungen fair gestalten und bewerten”. Sie erhalten ihn hier für regulär 29,99 € – aber häufig gibt es zusätzlichen Rabatt! Schauen Sie doch einfach mal die Vorschauvideos an.

Buchtipp: Abschlussarbeiten betreuen

Buchcover

Betreuen Sie Abschlussarbeiten von Studierenden? Möchten Sie Ihr Tun in diesem Bereich für sich und auch für Ihre Studierenden optimieren, also den Betreuungsprozess professioneller und transparenter gestalten, weniger das Dilemma zwischen Lerncoach und später Prüfer/in erleben?

Dann kann ich Ihnen das Buch Abschlussarbeiten im Studium anleiten, betreuen und bewerten (Kompetent lehren, Band 4345)” von Eva Buff Keller und Stefan Jörissen empfehlen.

Die Autorin und der Autor stellen den Betreuungsprozess systematisch dar und geben viele konkrete Tipps, wie dieser Betreuungsprozess transparent gestaltet werden kann. Sie greifen dabei das Prinzip des Contractings auf, welches aus der Beratung bekannt ist: Die grundlegende Idee ist es, mit den Studierenden bereits im Vorfeld konkrete, schriftlich formulierte Absprachen zu treffen – also einen Vertrag aufzusetzen. Darin sollten sowohl die Anforderungen an die Studierenden als auch die Angebote der Betreuenden spezifiziert werden. Des Weiteren sollte er klare Aussagen zur Rolle des Betreuers/der Betreuerin machen: Wie lange wird er oder sie die Rolle des Lerncoaches übernehmen? Wann erfolgt der Wechsel in die Rolle des/der Prüfenden, der/die die Arbeit schließlich bewertet?

Im Buch wird außerdem ein Kriterienraster für das Bewerten von Abschlussarbeiten vorgeschlagen.

Bei amazon können Sie in das Buch reinschauen.

Weitere Vorschläge für Kriterienraster finden Sie auch hier.

 

Auf der Suche nach weiteren Buchtipps? Hier finden Sie alle bisher empfohlenen Bücher aus der Hochschuldidaktik. Oder schauen Sie doch in unserer Schatzkiste vorbei, wenn es auch Online-Material sein darf.

Loading