Buchtipp: Kompetenzorientierte Hochschullehre

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Buchtipp:

Bachmann, H. (Hrsg.) (2014): Kompetenzorientierte Hochschullehre. Die Notwendigkeit von Kohärenz zwischen Lernzielen, Prüfungsformen und Lehr-Lern-Methoden. 2., erweiterte Auflage. Bern: hep.

Wenn Sie vor der Herausforderung stehen, demnächst an Universitäten oder Hochschulen zu unterrichten, so ist dieser kleine Sammelband, herausgegeben von Heinz Bachmann, genau der richtige Startpunkt.

Sie erfahren hier, wie eine zeitgemäße Hochschullehre gestaltet ist, lernen grundlegende Werkzeuge und Tools kennen, um Lehrveranstaltungen zu planen und durchzuführen, und bekommen einen ersten Einblick in die neurobiologischen Grundlagen des Lernens.

Unterrichten Sie schon länger, so bietet Ihnen dieser Sammelband die Möglichkeit, Ihr Erfahrungswissen zu systematisieren. Sie lernen den einen oder anderen neuen Kniff kennen, mit dem Ihre Lehre noch besser gelingt und sie sie effizienter vorbereiten und Sie stellen fest, was sie bisher schon sehr gut machen und wo Sie Ihre Lehre noch optimieren können.

Der Band ist leicht zu lesen und damit für einen schnellen Ein- und Überblick geeignet.

Das Buch können Sie bei Interesse bei amazon bestellen.

Auf der Suche nach weiteren Buchtipps? Hier finden Sie weitere lesenswerte Bücher aus der Hochschuldidaktik. Oder schauen Sie doch in unserer Schatzkiste vorbei, wenn es auch Online-Material sein darf.

Effektive Lehrplanung: Die Wahl einer passenden Lehrstrategie

canyon mit schild lost found searching

Externen Anforderungen gerecht werden, die eigenen Ressourcen realistisch managen und vor allem noch lernförderlich und motivierend auf die Bedürfnisse der Lernenden eingehen? Die Planung guter Lehre ist schon kompliziert genug. Wie kann man es sich einfacher machen?

Eine Lehrstrategie vereinfacht die Planung

Eine Lehrstrategie ist im Prinzip ein Schema, das die Struktur, didaktischen Methoden und ggf. auch Inhalte der Lehre festlegt. Es gibt zahlreiche Lehrstrategien, und es lohnt sich, zumindest einen Überblick über einige sinnvolle Möglichkeiten zu bekommen. Denn so kann man, ausgehend vom Kontext der Lehrveranstaltung, eine passende Lehrstrategie wählen.

Fallbeispiel: Das Seminar zu PISA und Co.

Ich werde z. B. im kommenden Sommersemester eine Lehrveranstaltung mit dem Titel “Bildungssysteme im internationalen Vergleich” an der Universität Freiburg halten. Im Modulhandbuch stehen nur zwei Stichpunkte zu den gewünschten Inhalten, ansonsten darf ich frei gestalten. Da ich zwei Gruppen parallel übernehmen soll, ist Blended Learning nötig, um Fahrtkosten einzusparen. Organisatorisch hat es sich angeboten, jede Gruppe im Zweiwochentakt zu sehen, das ergibt 7 Präsenztermine pro Gruppe. Die Prüfungsleistung muss schriftlich sein, ansonsten darf ich auch hier frei gestalten.

Nun stehe ich also vor der Aufgabe, ein sinnvolles Konzept für das Seminar zu finden. Was sollen die Studierenden bloß in den Onlinephasen tun? Welche Prüfungsleistung ist sinnvoll, und wie kann die Lehre die Studierenden darauf vorbereiten?

Die Lernziele zeigen den Weg

Ich stelle mir zunächst die Frage:

Was genau sollen die Studierenden nach diesem Seminar können?

Die Antwort im Modulhandbuch finde ich eher unbefriedigend. Die Studierenden sollen etwas über internationale Bildungssysteme lernen sowie über internationale Vergleichsstudien wie PISA. Das Problem hierbei: Der Studiengang ist eigentlich auf die Erwachsenenbildung ausgerichtet. Schulsysteme haben wenig berufliche Relevanz. AbsolventInnen des Studiengangs bekommen selten Stellen in der Lehrerbildung, Schulentwicklung o. Ä., denn dafür werden vorzugsweise LehrerInnen eingestellt.

Dennoch bildet das staatliche Bildungssystem die Grundlage für die Erwachsenenbildungs-Landschaft. Außerdem ist es für alle Bürgerinnen und Bürger relevant, da die Förderung künftiger Generationen allen am Herzen liegen sollte. Daraus ergibt sich aus meiner Sicht das erste Lernziel: Die Studierenden sollen die persönliche und berufliche Relevanz das Themas im Verlauf des Seminars erkennen und diskutieren.

Außerdem konnte ich herausfinden, dass die Studierenden noch keine Erfahrungen mit dem Schreiben wissenschaftlicher Texte haben werden. So ergibt sich für mich ein weiteres Ziel: Die Studierenden sollen in das Schreiben eines wissenschaftlichen Textes (inkl. der vorausgehenden Literaturrecherche) eingeführt werden.

Wenn die Studierenden eine Literaturrecherche durchführen, um anschließend einen Text über die Relevanz des Bildungssystems zu schreiben, dann gehen sie im Prinzip einen kleinen Forschungsprozess durch.

Ergebnis: forschendes Lernen

Nach diesem bottom-up-Prinzip kam ich auf die Idee, das Seminar nach der Lehrstrategie des forschenden Lernens zu gestalten.

“Forschendes Lernen zeichnet sich vor anderen Lernformen dadurch aus, dass die Lernenden den Prozess eines Forschungsvorhabens […] in seinen wesentlichen Phasen – von der  Entwicklung der Fragen und Hypothesen über die Wahl und Ausführung der Methoden bis zur Prüfung und Darstellung der Ergebnisse in selbstständiger Arbeit oder in aktiver Mitarbeit in einem übergreifenden Projekt –  (mit)gestalten, erfahren und reflektieren.” (Huber 2009, S. 11)

In den Präsenzveranstaltungen werden Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens vorgestellt. Die Studierenden üben diese in den Online-Phasen anhand von Forschungsfragen, die die Relevanz von Bildungssystemen und Vergleichsstudien ergründen. Die Prüfungsleistung ist ein Portfolio mit Mini-Hausarbeiten und Reflexionen zum Forschungsprozess.

Die Analyse der Lernziele offenbarte also eine sinnvolle Lehrstrategie und erleichterte somit meine weitere Planung.

Fazit: Eine Lehrstrategie verbessert die Qualität der Lehre

Die Wahl einer Lehrstrategie ist nicht nur ein Trick, um die eigene Planung zu erleichtern (obwohl das wirklich hervorragend funktioniert!). Indem sie eine Analyse der Lernziele erfordert, erhält die Lehrveranstaltung sogar mehr Relevanz und Stringenz. Es lohnt sich also, ein paar Lehrstrategien zu kennen und immer eine passende auszusuchen.

Möchten Sie mehr zum Forschenden Lernen und weiteren zukunftsträchtigen Strategien für Ihre Lehre erfahren?

Dann melden Sie sich doch jetzt für unseren kostenlosen Email-Kurs an: “Visionen für die Hochschullehre

Huber, L., Hellmer, J., & Schneider, F. (2009). Forschendes Lernen im Studium: Aktuelle Konzepte und Erfahrungen. Motivierendes Lehren und Lernen in Hochschulen. Bielefeld: UVW Univ. Verlag Webfiler.

Dieser Beitrag erschien zunächst auf bach-teachandstudy.de.

Hier wird er mit Zustimmung der Autorin veröffentlicht.

Wie kriege ich den Stoff durch? Realistische Lehrplanung

Ein Männchen denkt sich ein Fragezeichen. Es steht vor einer offenen Tür, hinter ihr ein Pfad durch grüne Täler. Auf einer FUßmatte im Türrahmen steht "Schwellenkonzepte"
Effiziente Hochschullehre

In dieser Reihe möchten wir Ihnen schlichte, ökonomische, aber höchstwirksame Methoden vorstellen, mit denen Sie Ihre Lehre optimieren können. Diese wissenschaftlich fundierten Modelle sind einfach und zeiteffizient, fördern aber den Lernprozess der Studierenden und erleichtern Ihnen die Lehre.

Wie kriege ich den Stoff durch? – Weniger ist mehr

Vermutlich geht es Ihnen so wie uns: Sie sind voller Begeisterung für Ihr Fach. Sie möchten am liebsten alles vermitteln, was Sie wissen und können. Auch Ihre Vorgesetzten erwarten, dass die Studierenden möglichst viel lernen.

Im Alltag aber stoßen Sie vermutlich immer wieder an Grenzen: Kompetenzen aufzubauen und ein tiefes Verständnis zu entwickeln braucht nun einmal Zeit. Wenn Sie zu viele Themen in Ihre Lehre packen, werden die Studierenden demotiviert und überfordert. Auch Ihnen macht das Druck.

Können Sie sich in dieser Beschreibung ein bisschen wiederfinden?

 Wenn ja, bitte ich Sie, die Idee der “Stoffvermittlung” loszulassen. Es ist die Realität: Sie können nicht alles „durchkriegen“.

„Aber wie werde ich alles abdecken?“ Die Wahrheit ist, du wirst es nicht, und es überhaupt zu probieren, wird Frust garantieren.


– Buchanan & McDonough, 2014, S. 19

Der erste Schritt ist die Akzeptanz dieser Tatsache. Der zweite Schritt liegt darin, sich von den Konzepten von „Stoff“ und „Vermittlung“ zu distanzieren. Die Stoffvermittlung bringt nämlich die Vorstellung mit sich, dass Sie den „Stoff“ in die Hand nehmen und einfach an Ihre Lernenden überreichen können. Ihr oberstes Ziel ist es aber, den Kompetenzerwerb in irgendeiner Weise zu fördern – die Zielgruppe soll im Alltag handlungsfähig werden. Kompetenzen kann man jedoch nicht auswendig lernen. Sie entstehen durch eigenes Handeln. Ihre Teilnehmenden müssen aktiv werden und selbst handeln, damit sie beginnen können, eine Kompetenz zu entwickeln. Sie sind keine leeren Blätter, die Sie durch eine Wissensvermittlung mit Fähigkeiten befüllen können. Einerseits liegt das daran, dass Wissen nicht direkt vermittelt werden kann; vielmehr müssen Lernende neues und altes Wissen in ihre ganz persönlichen Wissensstrukturen integrieren. Andererseits ist Wissen nur eine Basis für Kompetenzen, welche jedoch viel mehr als nur Erinnern und Verstehen erfordern.

Deshalb gilt der Leitsatz: Weniger ist mehr. Anstatt die Veranstaltung „vollzustopfen“ sollten Sie gezielt solche Inhalte wählen, die die Grundlage für Kompetenzentwicklung bilden. Ich rate Ihnen, dafür Threshold Concepts oder auf deutsch „Schwellenkonzepte“ zu nutzen.

Schwellenkonzepte sind die Grundlage der Weiterentwicklung

Ein Schwellenkonzept eröffnet Lernenden eine neue, bislang unbekannte Denkweise (Buchanan & McDonough, 2017). Es lässt sie in neue Denkwelten eintreten. Schwellenkonzepte sind zielgruppenspezifisch und befinden sich an Punkten, die die bisherigen Erfahrungen von Lernenden mit einer neuen Sichtweise verknüpfen können. Solange ein Schwellenkonzept noch fremd ist, werden Lernende immer wieder stolpern, wenn sie der neuen Denkwelt begegnen. Deshalb sind unbekannte Schwellenkonzepte häufig Stolpersteine, die zu wiederholten Fehlern und Fehlkonzepten führen. Konzepte sind abstrakte Ideen über Dinge, die uns helfen, die Dinge zu vergleichen, zu unterschieden und zu kategorisieren. Wer mit einer Katze so umgeht, wie er sonst mit seinem Hund umgeht, wird bald merken, dass er sein Verhalten anpassen muss. Entsprechend ist es wichtig, dass Lernende Konzepte grundlegend verstehen und unterscheiden können – dann können sie ihr Wissen dazu ohne Probleme konkretisieren und vertiefen.

Folgendes sind beispielhafte Schwellenkonzepte, die die Informationskompetenz betreffen und Ihnen vielleicht schon begegnet sind:

  • Suchmaschinen und Datenbanken: Studierende verstehen meistens nicht, was Google von einer Datenbank unterscheidet.
  • Formate: Studierende hingegen glauben oft, dass alles, was bei Google Scholar zu finden ist, eine wissenschaftliche Arbeit ist. Das zeigt, dass Formate anhand ihrer Herkunft und nicht ihrer Entstehung beurteilt werden.
  • Autorität und Objektivität: Lernende glauben oft, dass es „gute“ und „schlechte“, „objektive“ und „subjektive“ Quellen gibt. Dass es sich hierbei jedoch um Konzepte mit endlosen diskutierbaren Graustufen handelt, wissen sie meistens nicht.

Anstatt also eine Reihe von Inhalten vorzustellen, sollten Sie den Teilnehmenden entsprechende Schwellenkonzepte erklären. Am besten lassen Sie die Teilnehmenden dabei aktiv werden, z. B. indem Sie sie über eine provokative Frage diskutieren lassen. Lassen Sie die Teilnehmenden die Grenzen ihres Wissens erleben. Dann können Sie das Schwellenkonzept einführen. Nach diesem Prinzip würden Sie z. B. in einer Veranstaltung zum wissenschaftlichen Arbeiten darauf verzichten, alle wichtigen Datenbanken vorzustellen. Besprechen Sie mit den Studierenden lieber eine Datenbank anhand eines konkreten Beispiels und erörtern Sie entsprechende Schwellenkonzepte: Was grenzt eine Datenbank von einer Suchmaschine ab? Solche vergleichenden Fragen eignen sich besonders gut, um Schwellenkonzepte zu begreifen.

Themen realistisch zusammenstellen

Je nach Zielgruppe, Situation und Länge der Veranstaltung werden Sie Ihre Schulung immer wieder neu planen müssen. Ich möchte Ihnen eine alltagstaugliche Methode vorstellen, um Ihre Themen zusammenzustellen.

  1. Schreiben Sie dazu im ersten Schritt alle Ihre Wünsche und Ideen sowie die Anforderungen der Lehrkräfte und des Curriculums auf, ohne sie zu ordnen.
  2. Gibt es zu der Idee auch ein passendes Schwellenkonzept? Die beiden Ideen „Suchmaschine X“ und „Suchmaschine Y“ könnten Sie z. B. in ein Schwellenkonzept zusammenfassen: Was ist eine Suchmaschine?
  3. Nehmen Sie sich dann jedes Konzept einzeln vor und gehen Sie die Leitfragen durch, die im folgenden Flowchart dargestellt sind.

Flowchart in Anlehnung an Veldof, 2006, S. 46
  • Am besten schreiben Sie sich, nachdem Sie jede Idee einmal auf diese Weise analysiert haben, die Priorität jeder einzelnen Idee auf. Seien Sie dabei streng und zwingen Sie sich, jede Zahl nur einmal zu verteilen: Was hat erste Priorität, was die zweite, usw.? So finden Sie für sich Klarheit und können in der Schulung flexibel reagieren, sollte sich Ihr Zeitplan doch ändern oder die Zielgruppe ein unerwartet hohes/niedriges Vorwissen mitbringen.

Vergessen Sie die „Stoffvermittlung“ und lassen Sie die Studierenden Schwellenkonzepte erleben!

Sie haben in diesem Text erfahren, dass der Wunsch, Wissen zu vermitteln, in der Hochschullehre ungünstig sein kann. Denn Sie laufen Gefahr, Ihre Veranstaltung zu überladen, sodass die Lernenden demotiviert und überfordert werden. Suchen Sie lieber Schwellenkonzepte aus, welche Sie Ihre Teilnehmenden aktiv erfahren und abgrenzen lassen. Diese Schwellenkonzepte ermöglichen eine nachhaltige Änderung der Denkweise.

Zum Schluss noch eine kleine Challenge für Sie: Haben Sie bereits erste Ideen zu Schwellenkonzepten, die für eine Ihrer Zielgruppen besonders relevant sein könnten? Teilen Sie sie gerne in den Kommentaren, z. B. in unserer Facebook-Gruppe für Hochschuldozierende. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen!

Literaturverzeichnis

Buchanan, H. E., & McDonough, B. A. (2017). The one-shot library instruction survival guide. ALA Editions.

Veldof, J. R. (2006). Creating the one-shot library workshop: A step-by-step guide. American Library Association.

Gastbeitrag: Einblick in das niederländische Bildungssystem

Windräder in Holland vor einem Sonnenuntergang

Andrea Teichmann ist Werbekauffrau und Dipl. Medienwirtin (FH). „Jeder Tag an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag“, lautet ihr Lieblingszitat von Charlie Chaplin, das sie täglich bei ihrer Arbeit als virtuelle Marketingassistentin und auch privat als Mutter von vier Kindern beherzigt. Für uns schreibt sie über ihr Logopädiestudium an einer niederländischen Hogeschool.

Wie ist es, an einer Hogeschool zu studieren?

Niederlande steht nicht nur für leckere Pommes, Käse, Tulpen und Grachten, sondern ich finde das Bildungssystem an Hochschulen und Universitäten spannend.


Die Hogeschool Utrecht, nur eine der zahlreichen Hogescholen in den Niederlanden. CC BY 2.0 Niek Sprakel über Wikimedia Commons.

Ich habe selbst nach meinem Abitur ein Jahr an einer Hogeschool Logopädie studiert und war überrascht, wie anders das System ist.

In den Niederlanden gibt es zwei Hochschultypen: Universiteiten, die in etwa den deutschen Universitäten entsprechen, und Hogescholen, die in etwa den deutschen Fachhochschulen entsprechen. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Hochschularten: Universiteiten sind forschungsorientiert, Hogescholen praktisch ausgerichtet. Der Unterschied ist in den Niederlanden deutlich klarer als in Deutschland: Während bei uns auch an Fachhochschulen Forschungsmethoden unterrichtet werden, liegt an niederländischen Hogescholen der Fokus klar auf der Vorbereitung für den Beruf.

Das Studium gliedert sich in den Niederlanden mit Bachelor und Master wie bei uns in zwei Stufen. Dabei gibt es allerdings einige Besonderheiten: Während der Universiteiten-Bachelor nur drei Jahre dauert, sind es an der Hogeschool meist vier Jahre.  Die höhere Berufsausbildung (HBO) ist in zwei Zyklen unterteilt: Der erste Zyklus umfasst ein Bachelorstudium mit einer Regelstudienzeit von vier Jahren, in denen 240 ECTS erlangt werden. Daran schließt ein HBO-Masterstudium von einem oder zwei Jahren an, in denen 60 ECTS bzw. 120 ECTS erlangt werden.

Das wissenschaftliche Studium (WO) ist in drei Zyklen eingeteilt, die zu einem Bachelor-, Master- bzw. Promotionsabschluss führen. Die Regelstudienzeit eines WO-Bachelorstudiums beträgt drei Jahre und umfasst 180 ECTS. Daran anschließend folgt in der Regel ein einjähriger Master. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Betafächer, bei denen der Master im Allgemeinen zwei Jahre dauert. Weiterhin gibt es die zweijährigen „Research Master“, die gezielt auf eine Laufbahn in der Forschung vorbereiten. Als dritter Zyklus folgt die universitäre Promotion (promotieonderzoek), die nicht in ECTS ausdrückt wird. Promotionen werden überwiegend im Rahmen eines befristeten Anstellungsverhältnisses im Umfang von drei oder vier Jahren an der jeweiligen niederländischen Universität durchgeführt.

An niederländischen Hogescholen studiert man vier Jahre lang, wobei sehr viel Wert auf praktische Projekte sowie ganze Praxis- und Auslandssemester gelegt wird. Anders als an der deutschen FH wird an der Hogeschool kaum Theorie behandelt. Die Hochschulen sind meist sehr modern ausgestattet und mit Dozenten und Professoren ist man hier grundsätzlich per „du“.

Einige deutsche Ausbildungsberufe werden in den Niederlanden an Hogescholen gelehrt, zum Beispiel Krankenpflege, Physiotherapie oder Logopädie.

An meiner Hogeschool bestand der Stundenplan aus vielen verschiedenen Teilen, wie z. B. praktisches Training, Vorlesungen, Projektarbeit, ehrenamtliche Mitarbeit in Kindergärten, Vereinen etc., sowie Gruppentreffen.

In diesen Gruppen wurde nach der Problem-Based-Learning-Methode (PBL) gelehrt. Bei diesem Format werden Studierende vor ein bestimmtes Problem gestellt und müssen sich die Lösung sowie die notwendige Theorie in einer kleinen Gruppe von 12-15 Leuten selbständig erarbeiten. Die Lehrenden (Tutoren) spielen eher eine Rolle als Richtungsweiser und Ratgeber. Alle sechs Wochen gab es neue Gruppen.

Der Ablauf des Problemorientierten Lernens läuft in sieben Schritten: Die „sieben Schritte“ beinhalten drei Phasen. Die erste Phase (Schritte 1-5) findet beim ersten Treffen statt. Dann folgt die zweite Phase (Schritt 6), in der alleine oder in der Gruppe zuhause oder an der Uni (Bibliothek, Medien-Skillslab, Lernräume) die Lernziele selbstständig erarbeitet werden. Die dritte Phase (Schritt 7) findet beim zweiten Treffen der Gruppe statt. Hierbei werden nun die Ergebnisse zusammengetragen und diskutiert, so dass die Gruppe am Ende der zweiten Sitzung den Fall abschließen kann und möglichst zu einer Lösung kommt.

Die sieben Schritte des problembasierten Lernens: Begriffe klären, Problem bestimmen, Problem analyiseren, Erklärungen ordnen, Lernfragen formulieren, Informationen beschaffen, Informationen austauschen
Die sieben Schritte des problembasierten Lernens.

Grundsätzlich ist der Unterricht auf Niederländisch bzw. manche Studiengänge sind auf Englisch. Als Vorbereitung auf das Studium macht man die staatliche Prüfung NT2 (Staatsexamen NT2). Das ist eine weit anerkannte Niederländisch-Prüfung für Ausländer, damit man in den Niederlanden oder Belgien (Flandern) arbeiten oder studieren kann. Die Gruppenarbeiten waren für mich persönlich zu Beginn sehr anstrengend. Trotz Sprachkursen fehlten mir noch einige Vokabeln und das Tempo war sehr hoch. Zu Beginn des ersten Gruppentreffens bestimmt man einen Gesprächsleiter, der durch die Aufgabe führt. Das hilft, die Struktur im Auge zu behalten, und der Tutor achtet darauf, dass man nicht ganz falsch liegt. Nach zwei bis drei Durchgängen kam ich mit dem Tempo besser zurecht.

PBL gilt als großer Erfolg, da sich das selbst erarbeitete Wissen besser festsetzt. Viele andere Hochschulen in den Niederlanden und im Ausland wenden die Methode inzwischen ebenfalls an. Besonders skandinavische Hochschulen haben den Ansatz vielfach übernommen. In Deutschland gibt es dagegen nur wenige Hochschulen, die PBL anwenden. Hauptgrund ist der weitaus größere Bedarf an Räumen und Personal sowie der mit der Umstellung verbundene Aufwand.

Im Laufe meines Studiums stellte sich für mich heraus, dass Logopädie nicht die richtige Wahl war und ich habe das Studium nach einem Jahr vorzeitig beendet.

Danach habe ich ein Praktikum in einer Mediaagentur gemacht und dann eine Ausbildung zur Werbekauffrau absolviert. Durch die großen Erfahrungen an der niederländischen Hogeschool habe ich im zweiten Ausbildungsjahr ein berufsbegleitendes Studium zur Medienwirtin gemacht, welches ich nachher mit einem Diplom abgeschlossen habe.

Ich würde das FH-Studium in den Niederlanden in jedem Fall empfehlen, denn die Vorbereitung auf das Berufsleben ist ausgezeichnet. Die Arbeitsbefähigung der Absolventen ist hier besonders groß, dank hohem Praxisbezug des Studiums. Vom ersten Semester an sammelt man praktische Berufserfahrungen.

Hätten Sie gerne an einer Hogeschool studiert?

Was halten Sie vom niederländischen Modell? Haben Sie vielleicht eigene Erfahrungen mit der niederländischen Hochschullandschaft gemacht? Können Sie sich ein solches System auch in Deutschland oder der Schweiz vorstellen? Wir sind gespannt auf Ihre Reaktionen. Teilen Sie sie gerne in den Kommentaren auf unseren sozialen Medien oder kommen Sie in unsere Facebookgruppen vorbei!

 

Lust, mehr über das effiziente Gestalten von Lehrveranstaltungen, MOMBI und Lehrmethoden zu lernen? Dann schauen Sie doch mal in unsere Online-Kurse „Crashkurs Lehrveranstaltungsplanung“ oder „Tipps und Tricks für lernförderliche Vorlesungen“!

Didaktik-To-Go: Prüfen Sie fair, indem …

Eine Hand hält einen Stift und füllt Multiple-Choice-Fragen aus, warmes Licht im Hintergrund

… Sie die zu prüfenden Lernziele konkret benennen.

Tipp

Sagen Sie Ihren Studierenden bereits zu Beginn einer Lehrveranstaltung, was sie am Ende können sollen. 

Ihre Vorteile

  • So prüfen Sie später nicht den Zufall, mit dem sich die Studierenden auf das Richtige vorbereitet haben, d.h. Sie prüfen fairer.
  • Sie ersparen sich Fragen der Studierenden wie “Kommt das in der Klausur dran?” oder “Ist das klausurrelevant?”

Begründung

Wenn Sie Ihren Studierenden nicht nur die Themen der Prüfung benennen, sondern auch offenlegen, was sie mit diesen Inhalten tun können sollen, wissen diese, was zu lernen ist. Ansonsten wissen sie z.B. nicht, ob sie eine Theorie auswendig lernen sollen oder ob sie sie als Entscheidungsgrundlage für ein bestimmtes Vorgehen nutzen können sollen. Studierende können dann nicht wissen, was von Ihnen erwartet wird.

Meine Erfahrung damit

Nicht nur für die Studierenden wird die Vorbereitung auf die Prüfung transparenter. Auch für mich ist es sehr viel leichter, die Prüfung vorzubereiten, weil ich mir dann sehr viel klarer darüber werden muss, was ich eigentlich prüfen möchte. Um die Prüfung selbst dann zu erstellen, nutze ich sogenannte Blueprints. Diese helfen mir eine sinnvolle Gewichtung der Aufgaben bzw. Kriterien für die Bewertung von Prüfungen und Leistungsnachweisen vorzunehmen.

Denken Sie, dass Ihnen solche Blueprints auch helfen könnten?

Dann lernen Sie es doch in meinem Online-Kurs “Wie Sie Leistungsnachweise und Prüfungen fair gestalten und bewerten”. Sie erhalten ihn hier für regulär 29,99 € – aber häufig gibt es zusätzlichen Rabatt! Schauen Sie doch einfach mal die Vorschauvideos an.

Wie man Lehrveranstaltungen effizient plant

Geht es Ihnen wie vielen Lehrenden an Hochschulen, Universitäten, aber auch Bibliotheken und Schulen? Man möchte gerne gute Lehre machen, aber es fehlt einfach die Zeit für ausführliches Vorbereiten?

In diesem Fall hilft es, wenn man eine gute Strategie beim Vorbereiten hat. Das ermöglicht es Ihnen, in überschaubarer Zeit Pläne für Lehrveranstaltungen zu entwickeln, die gute und lernförderliche Lehre sicherstellen. Profitieren Sie von der folgenden Strategie. Sie ist nicht intuitiv, auch wenn sie einfach und logisch erscheint. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man Lehrveranstaltungen gerne von vorne nach hinten durchplant: Was mach ich als erstes, was folgt dann, was sage ich danach usw. … Zeitlich effizienter kommen Sie jedoch voran, wenn Sie in folgenden Schritten vorgehen:

  1. Voraussetzungen klären: Wer sind die Teilnehmenden: Was können sie schon, was erwarten sie, wie motiviert sind sie? Was habe ich an Rahmenbedingungen: Welcher Raum, welche mediale Ausstattung, welche Zeit steht mir zur Verfügung?
  2. Ziele formulieren: Was sollen meine Teilnehmende am Ende der Lehrveranstaltung tun können?
  3. Ablauf planen: Planen Sie erst jetzt, die Reihenfolge der Aktivitäten im Unterricht und die Reihenfolge der Inhalte, die Sie präsentieren. Denn: Ohne den Ausgangspunkt zu kennen und ohne die Ziele zu kennen, kann es keinen direkten Weg geben. Kennen Sie aber Ausgangspunkt (Voraussetzungen) und Ziele, dann ergibt sich der Weg dazwischen “quasi von allein”.

Aus vielfacher leidvoller Erfahrung kann ich Ihnen versichern, dass sich die Zeit vor allem für das schriftliche Formulieren der Ziele sich beim weiteren Planen und Vorbereiten hochgradig lohnt. Auch wenn Sie hier gefühlt erst einmal “Zeit verlieren”: Diesen Nachteil machen Sie später durch ein Vielfaches wett.

Probieren Sie es doch mal aus. Und laden Sie sich gerne die Infografik – Lehrveranstaltungen planen herunter.

Unsere Infografik führt Sie etwas ausführlicher durch die Planung.

Viel Spaß beim Planen Ihrer nächsten Lehrveranstaltungen.

 

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Semesterstrategien für Lehrveranstaltungen

Ein Schachbrett

Das nächste Semester kommt bestimmt ...

Das nächste Semester kommt bestimmt. Eine Semesterveranstaltung vorzubereiten ist mit großen Herausforderungen verbunden und braucht Zeit. Um Ihnen die Planung zu erleichtern, möchte ich Ihnen hier den Vorteil des Planens mit Semesterstrategien aufzeigen. Eine Semesterstrategie ist eine Strategie, die einer Lehrveranstaltung eine Makrostruktur gibt, sie als Ganze mit immer wiederkehrenden Mustern und/oder einer großen Klammer über das ganze Semester hinweg strukturiert. Eine typische Semesterstrategie ist z.B. ein referatebasiertes Seminar. Wird diese Strategie angewendet, so verlaufen viele Sitzungen der Lehrveranstaltung nach dem folgenden, einheitlichen Muster:

  • Begrüßung
  • Referat
  • Fragen und Diskussion
  • Referat
  • Fragen und Diskussion
(Oder so ähnlich.) Von einer Strategie spricht man deshalb, weil viele Sitzungen dieses Muster aufweisen und/oder das gesamte Semester durch eine Art Klammer zusammengehalten wird. Dies ist z.B. der Fall, wenn die gesamte Lehrveranstaltung durch ein Projekt oder die Lösung eines Problems begleitet wird und in den einzelnen Sitzungen das Projekt bzw. das Problem immer wieder thematisiert und an ihnen gearbeitet wird. Eine Lehrveranstaltung, die ein solches Muster aufweist oder durch eine solche Klammer zusammengehalten wird, hat für Sie als Dozentin oder Dozent den Vorteil, dass Sie nicht jede Sitzung neu didaktisch strukturieren müssen, was Ihre Planungs- und Vorbereitungszeit verkürzt.

Haben Sie Interesse, mit Kolleginnen und Kollegen

und Unterstützung von uns Ihr nächstes Semester systematisch zu planen?

Lassen Sie sich von der folgenden Auswahl an Semesterstrategien inspirieren und wählen Sie eine aus, um sich die Arbeit im Semester zu erleichtern.

Strategien mit wiederkehrendem Muster

Referatebasierte Semesterstrategie

Vorgehen

Bei der referatebasierten Semesterstrategie laufen die zweite/dritte Sitzung bis zur vorletzten Sitzung nach folgendem Schema ab:
  • Begrüßung
  • Provokation zum Thema des Referates (etwas, das zum Nachdenken anregt und die Aufmerksamkeit der Studierenden auf das Referat fokussiert)
  • Kurzes Sammeln erster Ideen zur Provokation (Vorwissen aktivieren)
  • Referat
  • Aufgabe zum Inhalt des Referats, die in Gruppenarbeit oder Partnerarbeit bearbeitet und anschließend im Plenum besprochen wird; schön ist hier, wenn die Aufgabe einen Bezug zur Provokation vom Anfang hat
  • Wiederholung der Schritte 2-4
  • Abschluss
Die erste Sitzung dient dem allgemeinen Einstieg in die Lehrveranstaltung und dem Klären organisatorischer Aspekte. Die letzte Sitzung bietet einen Abschluss und „schließt“ den Kreis.

Vorteile der referatebasierten Semesterstrategie

  • Die Referate werden aktivierend eingebunden und stehen nicht „unverbunden“ nebeneinander.
  • Die anschließende Auseinandersetzung mit den Inhalten der Referate ist intensiver als bei den klassischen „Diskussionen“, die sich sonst oft an Referate anschließen.

Lektürekurs

Vorgehen

Beim Lektürekurs steckt das Besondere darin, dass die Studierenden zu Hause lesen, vorbereitet in die Sitzungen kommen und dort jeweils in Gruppen Aufgaben zu den gelesenen Texten bearbeiten und schließlich ihre Ergebnisse präsentieren. Wichtig ist hier darauf zu achten, dass es niemals eine Wiederholung der Inhalte der zu lesenden Texte in der Sitzung gibt, weil es ansonsten für die Studierenden keinerlei Grund gibt, die Texte ernsthaft zu lesen. Merken Sie dagegen, dass sie von den Sitzungen nicht profitieren können, wenn sie unvorbereitet kommen, werden die meisten sich doch dazu durchringen, die Texte vorab zu lesen.

Vorteile des Lektürekurses

  • Die Studierenden lesen die Texte wirklich.
  • Sie beschäftigen sich beim Lösen der Aufgaben intensiv mit den Inhalten der Texte.
  • Durch das Muster ist für Sie die Vorbereitung klar: Sie brauchen zu jedem Text Aufgaben.

Strategien mit Klammerfunktion

Problembasierte Semesterstrategie

Vorgehen

Bei der problembasierten Semesterstrategie wird in der ersten Sitzung das zu bearbeitende Problem vorgestellt. Dabei werden die Studierenden gebeten, erste Ideen zu möglichen Lösungen des Problems zu erarbeiten und gleichzeitig herauszuarbeiten, was sie noch lernen müssen, um das Problem gut bearbeiten zu können. Dann wird das Semesterprogramm aufgezeigt, in dem idealerweise diese von den Studierenden genannten Themen enthalten sind.

Es folgend dann „klassische“ Lehrveranstaltungssitzungen, in denen die Themen behandelt werden, die die Studierenden benötigen, um das Problem angemessen zu bearbeiten. Diese Sitzungen können durch Vorträge, Lektüre, Referate etc. gestaltet werden.

Dann folgt eine oder folgen mehrere Sitzungen, während derer die Studierenden an den Problem-Lösungen arbeiten (zumeist wohl in Gruppen oder zumindest Paaren).

Dann folgen eine Sitzung mit den Präsentationen der Lösungen und eine als Abschluss.

Vorteile der problembasierten Semesterstrategie

  • Die gesamte Lehrveranstaltung strebt auf ein Ziel hin, nämlich die Lösung des Problems. Dadurch ist der rote Faden quasi automatisch gegeben; die Relevanz deutlich.
  • Jede Sitzung muss vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung zur Lösung des Problems gestaltet werden.
  • In jeder Sitzung gibt es einen Teil, in dem die neuen Erkenntnisse der Sitzung auf das Problem angewendet/übertragen werden.

Projektorientierte Lehre

Vorgehen

Die Projektorientierte Semesterstrategie ist der problembasierten Semesterstrategie sehr ähnlich. Statt eine Problems oder mehreren Problemen erhalten die Studierenden Projektthemen, die sie dann im Laufe des Semesters begleitend zu den klassischen Sitzungen bearbeiten müssen. Dabei kann in jeder „klassischen“ Sitzung auch immer Zeit eingeplant werden, in der die Studierenden die Inhalte der Sitzung auf ihre Nützlichkeit für das Projekt hin beleuchten und ggf. auf das Projekt anwenden oder übertragen.

Vorteile der projektorientierten Lehre

  • Die gesamte Lehrveranstaltung strebt auf ein übergeordnetes Ziel hin, nämlich die angemessene Bearbeitung des Projektes. Dadurch werden der rote Faden und die Relevant der Inhalte der einzelnen Sitzungen quasi automatisch deutlich.
  • Jede Sitzung muss vor dem Hintergrund ihrer Bedeutung zur Bearbeitung des Projektes gestaltet werden.
  • In jeder Sitzung gibt es Zeit, in der die Studierenden die neuen Kenntnisse auf ihr Projekt übertragen.

War für Sie eine passende Strategie dabei?

Die hier vorgestellten Strategien sind nur der Anfang: Es gibt noch einige mehr. Wenn also keine dieser Strategien für Ihre Lehrveranstaltung richtig ist, empfehlen wir Ihnen, in unsere Schatzkiste zu schauen – dort finden Sie noch viele weitere Semesterstrategien.

Auf jeden Fall lohnt es sich, eine Strategie auszusuchen. Sie werden sehen – danke ihr wird die Planung viel einfacher!

Hochschule verschulen?

Buntstifte
Viele klagen über eine Verschulung von Hochschulen und Universitäten. Dieser Autor befürwortet dies.
Verschulung – was für ein hässliches Wort. Es hört sich an wie Verschandelung, Verhunzung. Und genauso ist es auch gemeint. Aber warum wird “Verschulung” vor allem an Universitäten als Schimpfwort, ja als Kampfbegriff verwendet – sogar in der Lehrerausbildung? Die Benutzer dieser Vokabel […] schreiben damit nahezu unterschiedslos alles, was das Studium ordnet und die Verbindlichkeit für Lehrende wie Studierende erhöht, der Schule zu und kanzeln es als unakademisch ab. […]

Aber könnte nicht auch die Universität von den Stärken der Schule lernen? Könnte ein wenig mehr Schule das akademische System nicht verbessern? Man stelle sich vor: eine Universität, die sich als “Hoch-Schule” versteht, an der Lehre und Studium im Mittelpunkt stehen, deren Professoren sich nicht in erster Linie als Forscher definieren, sondern mindestens ebenso begeistert als Hochschullehrer.

Eine Universität, die für jedes Fach Curricula entwickelt, die das Studium zeitlich und inhaltlich sinnvoll ordnen und deren Inhalte von den Lernzielen für die Studenten aus konzipiert werden – und nicht aus der selbstreferentiellen Logik der sich immer stärker ausdifferenzierenden Disziplinen oder der spezialisierten Forschungsansätze der Professoren. Weil die Dozenten ihre Studierenden an dieser Universität kennen. Weil die Professoren dieser Universität sich als Verantwortungsgemeinschaft verstehen, von Lehrenden und Lernenden.
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