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Checkliste: Virtuelle Präsenzlehre

Viele Lehrende stehen heute vor der Herausforderung, mehr oder weniger schnell ihre für die Präsenz geplante Lehre in eine Online-Unterrichtsform zu überführen. Aus diesem Grund erreichten uns in den letzten Tagen viele Anfragen, was dabei denn zu beachten sei, wie man denn reinen Online-Unterricht durchführen könne.

 

Die größte Herausforderung: Virtuelle Präsenz?

Die größte Herausforderung – so haben wir das in den Anfragen wahrgenommen – liegt für viele Kolleginnen und Kollegen in der Durchführung virtueller Präsenzlehre, also Unterrichtssettings, in denen sich Lehrende und Lernende zu einem bestimmten Zeitpunkt online zusammenfinden (wir nennen dies virtuelle Präsenzlehre oder auch Webinare).

Dies ist aus unserer Sicht EIN Baustein von vielen, die beim reinen Online-Unterricht eingesetzt und berücksichtigt werden sollten. Daneben spielt natürlich das gesteuerte und selbstgesteuerte Selbststudium im Online-Unterricht eine wesentliche Rolle.

 

Tipps für die virtuelle Präsenz

Zum Start haben wir uns nun aber entschieden, den Baustein der virtuellen Präsenzlehre in den Blick zu nehmen, und Ihnen hier eine Checkliste anzubieten, die Sie dabei unterstützt, Ihren virtuellen Präsenzunterricht vorzubereiten und durchzuführen.

Wir haben bewusst darauf verzichtet, alle Möglichkeiten zu erwähnen, um es schlank und übersichtlich für Sie zu lassen. Komplexe Linksammlungen, die gegenseitig auf sich verlinken, findet man im Internet im Moment ja bis zur Genüge. Diese können eine gute Ergänzung für diese Checkliste sein. Wir denken aber, dass der Anfang mit einer übersichtlichen Liste ohne 1000 Links leichter ist.

 

Technik-Tipps warten bei Google und Youtube auf Sie…

Was diese Checkliste nicht bietet, ist eine technische Anleitung. Es gibt viele verschiedene Anbieter/Software (Webinaranbieter), mit denen virtuelle Präsenzkurse durchgeführt werden können (die wohl verbreitetsten sind AdobeConnect, WebEx, GoToMeeting, Zoom, MS Teams). Diese unterscheiden sich natürlich in der Bedienung und auch in ihrer Funktionalität. Wir haben uns hier auf die Funktionen beschränkt, die aus unserer Sicht bei (fast) allen Anbietern gegeben sind. Für technische Anleitungen wenden Sie sich bitte an Ihre Hochschulen oder ziehen Sie die vielen Tutorials hinzu, die es zu allen Tools auf Youtube oder bei den jeweiligen Anbietern in einer großen Anzahl gibt.

Im Laufe der nächsten Woche werden wir vermutlich weitere Checklisten erstellen und zur Verfügung stellen und auch Webinare zum Austausch über die Online-Lehre veranstalten. Vielleicht lohnt es sich deshalb ja für Sie, in unsere Facebook-Gruppe „Hochschuldidaktik“ zu kommen, uns via Twitter zu folgen oder unseren kostenlosen Newsletter zu abonnieren.

Nun aber erst mal viel Spaß mit unserer Liste. Wir hoffen, Sie dient Ihnen, und freuen uns über Ihr Feedback.

Hier können Sie die Checkliste direkt herunterladen:

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Sie möchten lehren „wie die Besten“? Dann beantworten Sie diese 11 Fragen

11 Fragen zur schnellen Planung guter Lehre

Wer sind die besten Hochschuldozierenden, und wie lehren sie eigentlich? Provokative Fragen. In einer umfangreichen qualitativen Studie hat Ken Bain probiert, sie zu beantworten. Die Ergebnisse seiner Analysen und Interviews mit Dutzenden von Dozierenden fasst er im Buch „What the Best College Teachers Do“ zusammen. Auch wenn die Bezeichnung dieser Lehrenden als „die Besten“, wie Bain auch eingesteht, nicht ganz seriös ist, so enthält das Buch dennoch viele gute Ideen für die Hochschullehre. Ganz zentral sind z. B. die Fragen, die sich „die besten“ Dozierenden stellen, wenn sie eine neue Lehrveranstaltung planen. Lassen Sie sich doch auch von diesen Fragen inspirieren, wenn Sie Ihre nächste Lehrveranstaltung planen.

 

1. Was sind die „großen Fragen“ der Lehrveranstaltung?

Welche grundlegenden Fragen über das Leben, die Menschheit und das Universum werden die Studierenden dank dieser Lehrveranstaltung beantworten können? Wie werde ich ihr Interesse an diesen Fragen fördern?

Lernziele beziehen sich oft auf konkrete Themen, deren Relevanz die Studierenden nicht unmittelbar erkennen können, z. B.: Wie hat der erste Weltkrieg begonnen? Diese Frage muss nicht jede/n interessieren. Man kann sie aber wie eine Zwiebel entpacken und tiefere Schichten aufdecken: Hätte der erste Weltkrieg verhindert werden können? Sind große Ereignisse der Weltgeschichte unvermeidbar, oder können einzelne Personen wie wir sie steuern? Können wir unser Schicksal verändern? Die „großen Fragen“, die hinter spezifischen Themen stecken, packen das Interesse der meisten Studierenden, weil sie abstrakt und auf zahlreiche andere Themen anwendbar sind.

 

2. Welche Kompetenzen brauchen Studierende, um diese großen Fragen zu beantworten?

Was heißt es, im jeweiligen Fach wissenschaftlich zu denken? Wie arbeiten PhysikerInnen, IngenieurInnen, LiteraturwissenschaftlerInnen etc.? Hier geht es um Methoden: Instrumente, Modelle, Zitierstile, Schreibstile, Prozesse usw.

 

3. Welche mentalen Modelle bringen Studierende mit, die sich ändern müssen? Wie kann ich diese Änderungen fördern?

Studierende bringen Gewohnheiten und Denkmuster aus der Schule bzw. aus ihrem Leben mit. Diese mentalen Modelle sind oft sehr hartnäckig und müssen explizit angegangen werden, bevor etwas Neues verankert werden kann. Nur wenn Dozierende sich bewusst machen, was bereits „da ist“ und sich ändern muss, können sie die Studierenden unterstützen, sich nachhaltig weiterzuentwickeln. Die „besten“ Lehrenden fragen sich deshalb immer, welche Stolpersteine sich aus dem fehlerhaften bzw. unzureichenden Vorwissen ergeben könnten.

 

4. Welche Informationen brauchen die Studierenden, um die Fragen zu beantworten und neue Kompetenzen zu erwerben? Wie können sie diese Informationen am besten erhalten?

Erst in diesem Schritt geht es um „Input“! Nun werden Inhalte (auch bezogen auf das wissenschaftliche Arbeiten, s. Frage 2), Lehrmethoden und Medien gewählt. Studierende bekommen neue Informationen, die sie benötigen, um ihr Vorwissen zu ergänzen. Diese können sie auch in einem Flipped Classroom-Setting erhalten.

 

5. Wie werde ich Studierende unterstützen, die Schwierigkeiten haben?

Gute Lehre heißt nicht, dass Studierende alles auf Anhieb verstehen und umsetzen. Eine nachhaltige Veränderung erfordert sogar ein gewisses Maß an Schwierigkeiten (laut einer Studie etwa 15 %) – Fehler, Emotionalität und Scheitern gehören dazu. Dozierende sollten sich deshalb überlegen, wie sie die Studierenden unterstützen werden: mit Erklärungen, zusätzlichen Informationsangeboten, Sprechstunden, (Peer-)Feedback, Lerntagebüchern, Quizfragen o. Ä.

 

6. Wie werde ich die Studierenden dazu anregen, den Stoff kritisch zu hinterfragen?

Die Wissenschaft ist nie vollständig, sondern sucht fortwährend nach der „Wahrheit“. Studierende sollten deshalb lernen, dass kritisches Hinterfragen wesentlicher Teil des wissenschaftlichen Arbeitens ist. Dozierende können Konflikte und Lücken in der Forschung aufzeigen.

 

7. Wie werde ich herausfinden, was die Studierenden bereits wissen und welche Erwartungen sie haben, und wie werde ich mit diesen Informationen umgehen?

Das Vorwissen von Studierenden sowie ihre Erwartungen und Interessen können vor dem Semester abgefragt werden; welche Methoden bieten sich dazu an (kann eine Online-Umfrage verschickt werden)? Wie möchte man mit den Ergebnissen umgehen? Dozierende können Verbindungen zwischen dem Stoff und den studentischen Interessen aufzeigen (vielleicht anhand der „großen Fragen“), explizit auf Diskrepanzen hinweisen, zusätzliche Informationsangebote für Studierende mit weniger Vorwissen bereitstellen, ggf. aber auch Themen aufnehmen oder streichen.

 

8. Wie unterstütze ich die Studierenden darin, zu lernen, sprich, sich zu informieren und ihren Lernprozess zu reflektieren?

Die „besten“ Dozierenden möchten Studierende dazu befähigen, auch über das Studium hinaus lebenslang effizient lernen zu können. Sie möchten den Studierenden zeigen, welche Informationsquellen es gibt oder wie sie neue Quellen finden können, wie sie effektiv lesen können, wie sie ihr Lernen und Arbeiten reflektieren und individuell anpassen können. Dozierende können das entweder gekoppelt an die Lehrveranstaltung fördern (z. B. indem sie Lerntagebücher einsetzen) oder auch einfach auf empfehlenswerte Methoden und Gewohnheiten hinweisen.

 

9. Wie kann ich Studierenden Feedback geben, bevor ich ihre Leistung bewerte?

Im Sporttraining erhalten Lernende hunderte, wahrscheinlich sogar tausende Feedbacks, bevor sie jemals in irgendeiner Form geprüft werden. Es ist selbstverständlich, dass etwas Neues nicht auf Anhieb klappt, sondern dass Übung notwendig ist. Auch die „besten“ Hochschuldozierenden teilen diese Sicht. Sie überlegen sich deshalb, wie die Studierenden möglichst viel Feedback zu ihrer Leistung erhalten können, bevor sie bewertet wird: z. B. durch Peerfeedback, Selbsteinschätzungen, Online-Tests, Musterlösungen, Diskussionen, Veröffentlichung von Texten im Internet oder Audio-Feedback bzw. ein kurzes schriftliches Feedback von Dozierenden.

 

10. Wie kann ich Studierende zum Denken anregen?

Anstatt sich zu fragen, was sie „vermitteln“ wollen, stellen sich die besten Dozierenden die Frage, wie sie die Studierenden zum aktiven Denken anregen können. Ihre Kommunikation und methodische Gestaltung der Lehre richten sich also danach, wie sie die Studierenden „am Ball halten“ können. Die Gestaltung von Folien, die Länge von Vorträgen, die Wahl von Metaphern, der Einsatz aktivierender Methoden… jede Entscheidung in der Lehrplanung wird so getroffen, dass die Studierende nicht schlafen, sondern zum Denken angeregt werden.

 

11. Wie werde ich die Qualitätsmerkmale für studentische Leistung festlegen, formulieren und verständlich kommunizieren?

Studierende wie auch Dozierende müssen studentische Leistungen zumindest so weit als möglich objektiv bewerten können. Ist das geleistet worden, was verlangt wurde? Sind die Studierenden fähig, diese Leistung stabil zu zeigen oder entstammt sie einem Zufall? Bewerten Dozierende fair und transparent? Perfektion ist hier nicht zu erwarten. Aber wenn Dozierende sorgfältig formulierte Bewertungskriterien nutzen, dann wird zumindest genauer festgestellt, was Studierende wirklich zu leisten in der Lage sind. Die besten Dozierenden überlegen sich deshalb im Voraus, welche Kriterien sie wählen werden – solche, die die „großen Fragen“ und Kompetenzen widerspiegeln, auch im Bereich des wissenschaftlichen Arbeitens –, wie sie diese verständlich und beobachtbar formulieren, und wann bzw. wie sie diese Kriterien mit den Studierenden besprechen wollen.

 

Fazit: Eine reflektierte Lehrplanung spart Zeit und fördert die Qualität Ihrer Lehre

Wenn Sie sich – wie die „besten“ Dozierenden – bei der Planung Ihrer Lehre fragen, welchen Sinn die Lehre verfolgt, was Ihre Studierenden mitbringen könnten und wie Sie vorgehen möchten, sparen Sie sich letztlich Zeit und Stress bei der Durchführung der Lehre – und Sie gestalten eine motivierende, lernförderliche Lehrveranstaltung.

Natürlich sind diese Fragen nicht “das A und O” des Vorgehens bei der Lehrplanung, die wir Dozent*innen alle haargenau befolgen müssen. Wir können sie einfach als Inspiration nutzen. Persönlich finde ich die erste Frage am ungewöhnlichsten und deshalb am wichtigsten. Und wie geht es Ihnen mit den Fragen? Haben Sie einen Favoriten?

Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Fragen! Sie finden uns auf Twitter oder in unserer Facebook-Gruppe.

Speichern Sie sich auch gerne folgende Infografik ab, die die Fragen zusammenfasst (veröffentlicht unter der freien Lizenz CC BY-SA 4.0):

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Lehrvideos auf die Schnelle: Einfacher, als Sie denken!

Der Corona-Virus zwingt aktuell viele Hochschulen, ihre Lehrveranstaltungen von Präsenz auf Online umzustellen. Hier erfahren Sie, wie Sie mit wenig Aufwand Lehrvideos erstellen können, sodass Ihre Lehrveranstaltung auch online wirksam und motivierend ist.

Die Studierenden wollen Ihr Gesicht sehen: Lehrvideos mit Ihnen

Natürlich ist der menschliche Kontakt online nicht so intensiv wie Face-to-Face. Trotzdem lohnt es sich, auch über den virtuellen Raum eine Beziehung zu den Studierenden aufzubauen: Stellen Sie sich, wenn möglich, auch mal vor die Kamera! Die Studierenden schätzen es sehr, Ihr Gesicht sehen und Ihre Stimme hören zu können. Das macht die virutelle Lehre gleich viel attraktiver und motivierender. Stellen Sie sich also mindestens einmal in der Lehrveranstaltung auch selbst im Video vor. Und keine Sorge, Ihr Auftritt muss nicht “perfekt” seinVideoexpertin Karen Costa weist im Podcast darauf hin, dass es sowieso viel sympathischer wirkt, wenn man sich mal verspricht oder ein Hund im Hintergrund bellt.

 

Wie können Sie dabei vorgehen?

  • Überlegen Sie sich im Voraus in etwa, was Sie sagen wollen. Falls Sie sich im Video vorstellen möchten, dann erzählen Sie doch auch etwas Persönliches von sich. Ihr Lebenslauf ist für die Studierenden weniger interessant als z. B. Ihre ungewöhnlichste Erfahrung als ForscherIn oder ein lustiger Fehler, aus dem Sie einmal viel gelernt haben.
  • Richten Sie sich einen Platz zum Aufnehmen ein. Sie brauchen keine Greenscreen und auch keinen weißen Hintergrund – Ihr normaler Arbeitsplatz oder Ihr Küchentisch reichen völlig aus. Wenn Sie sich auf Youtube umschauen, werden Sie sehen, dass die meisten VloggerInnen in einem normalen Zimmer aufnehmen.
  • Sorgen Sie für zusätzliche Beleuchtung. Nehmen Sie tagsüber auf, machen Sie gerne ein paar zusätzliche Lampen an – mehr Licht tut immer gut. Sie müssen aus meiner Sicht keine Extra-Lampen kaufen. Ich stelle immer ein paar Lampen aus der Wohnung in meine Nähe.
  • Probieren Sie es einfach mal aus. Reden Sie sich bei laufender Kamera vielleicht noch ein bisschen warm. Erzählen Sie der Kamera, wie Sie sich fühlen oder was Sie gerade machen. Diesen Einstieg können Sie später wegschneiden. Schauen Sie sich Ihre erste Aufnahme an und machen Sie ggf. weitere Aufnahmen, wenn Sie nicht zufrieden sind. Nach kurzer Zeit werden Sie wissen, wie Sie dabei am liebsten vorgehen.

Was Sie dafür brauchen

  • Ihre Handykamera reicht völlig aus, falls Sie ein modernes Smartphone haben. In meinem Smartphone ist sogar die Frontkamera völlig ausreichend. Oder Sie nutzen die eingebaute Webcam Ihres Laptops.
  • Es lohnt sich vielleicht, ein kleines Mikrofon zum Anknipsen zu nutzen. Mit diesem Modell für aktuell etwa 13 Euro arbeite ich. Oder Sie nutzen ein Headset, falls Sie eins haben.
  • Ein teures Schneideprogramm brauchen Sie bei dieser Art von Video nicht unbedingt. Sie brauchen ja keine komplizierten Schnitte. Schneiden Sie vielleicht lediglich Anfang und Ende des Videos ab, wo Sie zur Kamera greifen oder sich warm reden – das geht entweder ganz einfach mit einem der vielen kostenlosen Online-Tools, oder Sie laden sich den kostenlosen Video-Player VLC herunter und schneiden damit. Falls Sie mit dem Smartphone aufnehmen, können Sie wahrscheinlich auch direkt am Handy einen Ausschnitt rausschneiden.
  • Bonus: Nur falls Sie wollen, können Sie sich ein Stativ für Ihr Smartphone holen – ich nutze dieses hier für aktuell 27 Euro. Falls Sie mitgezählt haben, dann wissen Sie, dass meine “Ausrüstung” aus Mikrofon und Stativ nur 40 Euro gekostet hat.

So habe ich z. B. mein Home Office eingerichtet, um ein Video aufzunehmen. Sie sehen zwei normale Lampen, das Mikro liegt auf dem Stuhl und wartet darauf, in mein Handy eingesteckt zu werden, welches gleich aufs Stativ kommt. Das Stativ steht auf meinem zweiten Schreibtisch, könnte aber auch auf einem Stuhl stehen.

Und so kann es dann im Video aussehen.

Ausschnitt aus Nina Bachs Video

Für fünf Minuten Auf- und Abbau und knappe 40 Euro ein solides Ergebnis.

 

Die Präsentation: Ihre Vorträge als Video

Was ist aber nun mit den Inhalten, die Sie für die Lehrveranstaltung geplant haben? Vielleicht wollten Sie eine Software oder ein Vorgehen,z. B. eine Literaturrecherche, am PC demonstrieren. Dann können Sie aufnehmen, was Sie am Bildschirm tun, sprich, einen Screencast aufnehmen.

 

Die Variante Screencast: Schnell und einfach

An Hardware brauchen Sie nur ein Mikro (s. oben), und falls Sie keins haben, können Sie vielleicht auch Ihr Handy als Mikrofon nutzen – probieren Sie es doch mal aus. Außerdem brauchen Sie eine Software, mit der Sie Ihren Bildschirm und Ihre Stimme aufnehmen können. Ich nutze am liebsten SnagIt, das aktuell für Dozierende knappe 33 Euro kostet. Die Software ist sehr einfach zu bedienen, hat aber auch begrenzte Funktionen. Es gibt auch kostenlose Softwares, u. a. kann man den oben erwähnten VLC-Player auch zum Screencasten nutzen.

Falls Sie neugierig sind, finden Sie hier ein Screencast-Video, das ich 2019 für ein Seminar erstellt habe. Das Video habe ich mit Camtasia aufgenommen, einer professionellen Schnitt- und Screencast-Software, die viel kann, aber auch 183 Euro kostet. Allerdings kann man Camtasia, wie die meisten zahlpflichtigen Softwares, 30 Tage lang kostenlos testen. Vielleicht reichen Ihnen 30 Tage, um alle Ihre Videos zu erstellen?

Screencasts sind also leicht zu erstellen. Und wie sieht es aus, wenn Sie einen Vortrag mit PowerPoint halten wollten?

 

Die Variante PowerPoint: Auch viel einfacher, als Sie denken!

Was viele nicht wissen: Mit PowerPoint lassen sich direkt Videos erstellen. PowerPoint nimmt Ihre Folien UND Ihre Stimme auf und lässt Sie das Ergebnis direkt als Video speichern. Diese Variante ist ebenfalls extrem einfach und kostengünstig – Sie brauchen wieder nur ein Mikro und Ihre normale PowerPoint-Präsentation. Dabei können Sie einstellen, dass Ihre Webcam Sie mit aufnimmt und in der Ecke des Videos anzeigt, oder einfach nur die Folien aufnehmen.

Wie das genau funktioniert, können Sie direkt bei Microsoft Office nachlesen. Oder Sie schauen sich das schöne Erklärvideo dazu von eLearning-Expertin Martina Keglovits an (6 min).

 

Fazit: Sie können gleich heute beginnen, wirksame Lehrvideos zu erstellen, ohne dass es Sie zu viel Zeit kostet.

Nun hoffe ich, Sie davon überzeugt zu haben, dass Sie wirklich ohne große Investitionen gleich jetzt mit der Gestaltung eines Lehrvideos beginnen können. Haben Sie dabei nicht zu hohe Ansprüche an sich – Ihr Lehrvideo muss nicht auf “Hollywood-Niveau” sein. Die Studierenden werden das Video sowieso schätzen!

Wir freuen uns über Ihr Feedback und Ihre Fragen! Sie finden uns auf Twitter oder in unserer Facebook-Gruppe.

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“Sie können mit simplen Methoden bereits sehr viel bewirken” – Hochschullehre aus der Sicht einer Studierenden

Gastbeitrag von Bianca Morath

Als Studentin und angehende Bildungswissenschaftlerin hat unsere Praktikantin Bianca Morath eine spannende Perspektive auf die Hochschullehre, die sie hier für uns schildert.

Positive und negative Aspekte der Hochschullehre

Aktuell studiere ich Bildungswissenschaft und Bildungsmanagement im dritten Fachsemester an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Zudem habe ich vor Kurzem mein Pflichtpraktikum als Instructional Designerin begonnen.
In meiner Studienzeit habe ich bisher viel Interessantes erlebt, was mich reflektieren lässt über die aktuelle Situation an Hochschulen und was Dozierende tun können, um das Lehren und Lernen effektiver zu gestalten.

Im Verlauf meines Studiums habe ich bereits viele positive sowie negative Aspekte der Hochschullehre wahrgenommen. Der Studiengang Bildungswissenschaft und Bildungsmanagement befasst sich damit, wie Lehren und Lernen optimiert werden können. Aufgrund dessen legen viele unserer Dozierenden Wert auf anregende, motivierende Methoden für die Vorlesungs- und Seminargestaltungen. Ein zentraler Aspekt für mich als Studierende ist, dass die Struktur in den Vorlesungen gut erkennbar ist. Dies wird vor allem durch Transparenz gewährleistet, beispielweise durch vorgegebene Lernziele zu den jeweiligen Sitzungen. Somit wissen wir Studierende, was auf uns zukommt und worauf wir uns beim Lernen fokussieren sollten.

Eine Schwierigkeit innerhalb einiger Vorlesungen, die meine KommilitonInnen und ich immer mal wieder erleben, ist das Vortragstempo mancher Dozierenden. Zudem kommen meist vollgepackte PowerPoint-Folien dazu, welche innerhalb von einer Sitzung behandelt werden. Natürlich ist es schwierig, umfangreiche Themen in kurzer Zeit zu vermitteln, jedoch ist die Folge für uns Studierende, dass wir zu viele Inhalte in zu kurzer Zeit aufnehmen müssen und wir während der Veranstaltung von Minute zu Minute weniger mitbekommen. Deshalb empfinden wir es als äußerst notwendig, PowerPoint-Folien so zu gestalten, dass die Kernpunkte auf der Folie stehen, mehr aber nicht. Andernfalls bleibt der Fokus nur noch auf der Präsentation statt auf dem eigentlichen Inhalt, der vermittelt werden soll.

Aktivierende Lehrmethoden in der Sitzung und online

Bei einer Sitzung mit sehr viel Input ist es wünschenswert, auf weitere aktivierende Methoden zurückzugreifen, wie zum Beispiel die Flipped-Classroom Methode oder der Einsatz von mehreren Lernstopps, damit die Studierenden genug Zeit haben, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.
In einer weiteren Veranstaltung, die mir besonders positiv im Gedächtnis blieb, gab es mehrmals eine kurze Partner- oder Einzelarbeit von zwei bis fünf Minuten nach einem inhaltlichen Input, in der wir die vorherigen Inhalte anhand von wenigen Fragen wiedergeben sollten. Somit wurde geprüft, wie viel wir Studierenden in den letzten 20-30 Minuten verstanden haben. Danach wurden die Fragen innerhalb des Plenums kurz besprochen. Diese Methode empfinde ich als sehr passend, besonders bei komplexen Themen, da offene Fragen während der Partnerarbeit oder während des Plenums geklärt werden können. Zudem ist die Monotonie, die sich schnell während einer Vorlesung einschleichen kann, dadurch dann keine wirkliche Gefahr mehr.

In Sachen Nachbereitung sind meiner Meinung nach Online-Tests oder Aufgaben bezüglich der aktuellen Sitzung sehr nachhaltig für das Lernen. In einer vorherigen Veranstaltung meines Studiums gab es nach jeder Sitzung einen Test als Nachbereitung, den wir im Learning Management System ILIAS beantworten mussten. Dieser Test wurde nicht benotet, er war lediglich ein Teil der Studienleistung und war für uns Studierende sehr nützlich, da wir unseren Wissensstand eigenständig überprüfen konnten. Somit waren wir uns im Klaren darüber, bei welchen Inhalten noch Lernbedarf bestand und welche Inhalte wir schon sehr gut verstanden haben. Zudem sind Online-Tests oder Aufgaben sehr praktisch für die Klausurvorbereitung, da man mit den Fragen bzw. Aufgaben sein Wissen jederzeit prüfen kann.

Fazit: Weniger ist mehr

Werden teure Ressourcen benötigt, um gute, motivierende Lehrmethoden einzusetzen? Die Antwort ist nein. Das Motto „Weniger ist mehr“ findet in diesem Kontext einen passenden Platz. Trotz mangelnder Zeit und Ressourcen können Sie mit simplen Methoden bereits sehr viel bewirken. Die Nutzung des Learning Management Systems der Universität kann sich als sehr nachhaltige Methode erweisen, um Ihre Studierenden auch außerhalb des Vorlesungsraumes beim Lernen zu unterstützen. Gute Lehrmethoden müssen nicht auf teuren Ressourcen basieren. Meist reicht es, wenn Sie Transparenz und Struktur in Ihre Veranstaltung miteinbringen. Aktivierende Methoden wie Vorwissensaktivierungen, Problemorientiertes Lernen und Flipped-Classroom können bereits dazu beitragen, Ihre Studierenden beim Lernen zu unterstützen und zu motivieren.

Die Uni Freiburg. Foto von AlterVista über Wikipedia unter der Lizenz CC BY-SA 3.0.

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Was können Hochschuldozierende von Kampfkunst-TrainerInnen lernen?

Seit November 2019 leite ich gemeinsam mit einem Kollegen das Anfängertraining in Wing Chun und Taekwondo an meiner Kampfkunstschule in Offenburg. Als Hochschuldozentin und Instructional Designer konnte ich schon beim ersten Training gar nicht anders, als meine Rolle als Trainerin mit meinen Erfahrungen als Hochschuldozentin zu vergleichen. Deshalb lade ich Sie heute ein zu einem Ausflug in die Welt der Kampfkunst. Was können wir von TrainerInnen in einem sportlichen Kontext lernen?

1. Das ständige Geben und Einholen von Feedback

Im Kampfkunsttraining arbeiten wir in kleinen Gruppen – TrainerInnen und SchülerInnen sind manchmal sogar im 1:1-Verhältnis. Das erlaubt es uns, den SchülerInnen ständig Feedback zu geben. Während sie Bewegungen ausführen, geben wir Anweisungen und korrigieren die Haltung. Die SchülerInnen geben sich auch gegenseitig Feedback. Es wäre undenkbar, dass es zu einer Übung kein einziges Feedback gibt. Schätzungsweise sind eher 2-5 Feedbackschlaufen pro Übung üblich. Die SchülerInnen können jederzeit Fragen stellen, und wir fragen sie auch, wie sie unsere Anweisungen wahrnehmen. Das Feedback, egal ob positiv oder negativ, ist stets handlungsbezogen und nie auf die Person gerichtet.

Hochschuldozierende und Studierende stehen wohl so gut wie nie im 1:1-Verhältnis, sondern in den meisten Fällen eher im Verhältnis von 1:25 oder gar 1:250 – deshalb werden wir wohl nie so viel Feedback anbieten können wie KampfkunsttrainerInnen. Allerdings können wir probieren, häufigeres Feedback anzubieten – und sei es „nur“ Peerfeedback, eine Musterlösung, Diskussion der Erfahrungen, Positiv- oder Negativbeispiele… Und auch in der Lehre gilt: Wir sollten unser Feedback auf die Handlung beziehen und den Studierenden zeigen, dass Fehler kein Problem sind.

2. Der Glaube an das heterogene Potential aller Lernenden

Die Gründer meiner Kampfkunstschule haben erkannt, dass alle KampfkünstlerInnen unterschiedliche Persönlichkeiten und Stile haben. Aus dieser Erkenntnis entwickelten sie ein Modell der fünf Elemente, das besagt, dass jede Persönlichkeit eine einzigartige Mischung von fünf Elementen – Erde, Feuer, Wasser, Luft, Blitz – aufzeigt. Entsprechend bewegen sich Menschen je nach Element eher blitzschnell, aggressiv, defensiv, standhaft, fließend usw.

Diese Heterogenität wird im Training geschätzt und gefördert. Wir alle – TrainerInnen wie SchülerInnen – werden dazu ermutigt, unser „Hauptelement“ zu entdecken und die entsprechenden Stärken auszunutzen. Die ebenfalls vorhandenen Schwächen müssen wir natürlich ausgleichen. Es gibt also keine „falschen“ Elemente. Die Bezugsnorm für Erfolg ist individuell, das heißt, es zählt nur, ob man seine eigene Leistung verbessert hat. Der soziale Vergleich ist nicht wichtig – darauf weisen wir auch explizit hin.

Auch Hochschuldozierende können von eigenen Fehlern und Entwicklungen erzählen und explizit darauf hinweisen, dass die persönliche Entwicklung zählt (das sollte sich möglichst auch im Leistungsnachweis widerspiegeln), dass jede/r es mit der Zeit schaffen kann, und dass es unterschiedliche Wege gibt, als WissenschaftlerIn bzw. Berufstätige/r „erfolgreich“ zu sein. Eine Wertschätzung des heterogenen Potentials aller Studierenden halte ich auch an Hochschulen für unverzichtbar.

3. Lernen muss Spaß machen

Training muss Spaß machen – bei einer düsteren, unfreundlichen Stimmung wäre die Kampfkunstschule wohl bald pleite. Im Sport duzt man sich generell, was die Hierarchie zwischen TrainerInnen und SchülerInnen abbaut. In meiner Kampfkunstschule wird besonders viel Wert auf Humor gelegt, auch auf die Fähigkeit, über sich selbst lachen zu können. Sogar in anstrengenden Situationen, die buchstäblich schweißtreibend sind, können wir einen Grund finden, um zu lachen.

Gerade in Deutschland gibt es die Tendenz, eher ernst und förmlich zu sein. Meiner Erfahrung nach schätzen es Studierende, wenn Dozierende  ihnen auf Augenhöhe begegnen und ab und zu ihren Humor hervorkommen lassen. Natürlich ist auch hier wichtig, authentisch zu sein und sich nicht zu verstellen.

4. Man lernt nie aus

Es gibt kein wirklich endgültiges Ziel in der Kampfkunst. Man kann immer noch ein bisschen besser, schneller oder stärker werden. Ich trainiere AnfängerInnen, bin aber größtenteils selbst noch Schülerin und werde dies ein Leben lang bleiben. Meine TrainerInnen lernen auch noch weiter. Selbst die Weltbesten in jedem Sport suchen sich immer neue Herausforderungen und tauschen sich gerne mit anderen aus. Als Hochschuldozierende sollten wir uns nicht als „fertige“ WissenschaftlerInnen darstellen, die den „unfertigen“ Studierenden etwas zu erzählen haben. Wir sind zwar weiter als die Studierenden, aber wir reisen alle auf einem langen Weg. Eine solche Haltung zu kommunizieren, zeigt den Studierenden, dass Fortschritte möglich sind und nimmt ihnen den Perfektionsanspruch, der bekanntermaßen zu Prokrastination und Ängsten führen kann.

5. Das „Warum“ steht im Vordergrund

Bei der Kampfkunst steht die praktische Anwendung im Vordergrund. Die häufigste Frage der SchülerInnen lautet „Wieso?“ Im Training erklären wir immer und immer wieder, wieso wir bestimmte Dinge tun und wie die Übungen sich auf einen echten Kampf übertragen ließen. Dass es aber oft erhebliche Unterschiede zu einem realen Kampf gibt, machen wir auch deutlich.

Diese Lektion aus dem Training finde ich am allerwichtigsten für Hochschuldozierende: Das „Warum“ sollte stets im Vordergrund stehen. Warum diese Inhalte, diese Aktivität? Wo gibt es praktischen Bezug, wo gibt es Unterschiede zur Praxis? Wenn Studierende die Relevanz von Inhalten und Arbeitsaufträgen verstehen, sind sie motivierter und bauen reichhaltige mentale Modelle auf, die sie später in der Praxis wirklich nutzen können.

Fünf Dinge, die Hochschuldozierende von Kampfkunst-TrainerInnen lernen können

Hier sind also nochmal zusammengefasst die fünf Faktoren, die aus meiner Sicht sowohl in einer Kampfkunstschule als auch in einem Hörsaal erheblich zum Lernerfolg und zur Motivation beitragen:

  1. Möglichst oft Feedback geben und nehmen
  2. Heterogenität wertschätzen und fördern
  3. Mit Freude und Humor lehren
  4. Den eigenen Lernprozess vorantreiben und mit den Lernenden teilen
  5. Die Relevanz von Inhalten und Aktivitäten möglichst oft verdeutlichen

Haben Sie schon einmal aus Ihrem Hobby etwas für die Lehre mitgenommen? Wir freuen uns über Ihre Kommentare, auch in der Facebook-Gruppe.

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“Gute Lehre braucht Unterstützung und Wertschätzung – auch seitens der Professor/innenschaft”

Interview mit Katja Reinecke

An der FU Berlin ist Dr. Katja Reinecke als Koordinatorin der Lehrqualifizierung SUPPORT für die Lehre tätig. Im Interview erzählt sie uns von ihren Erfahrungen mit der hochschuldidaktischen Weiterbildung von und für ProfessorInnen in einem Blended-Learning-Format.

UH: Frau Reinecke, Sie haben ein Programm in der Hochschuldidaktik speziell für die Zielgruppe der Professorinnen und Professoren entwickelt. Wie haben Sie denn versucht, deren spezielle Situation dabei zu berücksichtigen?

KR: Wir haben uns für ein Angebot entschieden, das ausschließlich Professorinnen und Professoren offen steht. Dabei war eine folgende Überlegung grundlegend: In der Präsenzebene sollte das Peer-Lernen betont werden, dafür ist ein hohes Maß an Offenheit und Austausch in der Gruppe notwendig. Ein/e Professor/in kann auch durchaus von einem/r wissenschaftlichen Mitarbeitenden lernen, aber eventuell fällt es den Teilnehmenden unter „Gleichen“ leichter, sich zu öffnen und ggf. eigene Unsicherheiten auch zu thematisieren. Daher kam die Idee, ein Programm speziell für diese Zielgruppe zu entwickeln.

Dass Professorinnen und Professoren im Vergleich zum Mittelbau eine andere Situation haben, scheint zunächst offensichtlich, jedoch war die genaue Definition dieser „speziellen Situation“ nicht ganz einfach. Es handelt sich um eine zeitlich sehr eingespannte Personengruppe, mit sehr unterschiedlichen Aufgaben – darunter ist die Lehre nur eine. Die Terminverfügbarkeit ist gering und hochschuldidaktische Veranstaltungen haben nicht automatisch die höchste Priorität. Andererseits handelt es sich um eine Teilnehmendengruppe, die das selbstgesteuerte Lernen und die eigenständige Wissensverarbeitung sehr gewöhnt ist. Aus diesen Gründen lag ein Blended-Learning-Konzept nahe, um den Bedürfnissen der Professorinnen und Professoren gerecht zu werden.

Angemeldete Teilnehmende werden von uns vorab zu ihren Bedarfen, Wünschen und Erwartungen an das Programm befragt. Wir sprechen die Zielgruppe ganz klar stärkenorientiert an, richten uns also explizit an erfahrene Lehrende, die engagiert sind, um sich auch nach längerer Berufserfahrung (erneut) mit Fragen der Lehre auseinanderzusetzen. Wir wollen den Teilnehmenden keine Nachhilfe oder Belehrungen anbieten, sondern die Möglichkeit geben, an eigenen Fragestellungen weiterzuarbeiten und in Austausch mit anderen erfahrenen, engagierten Lehrenden – auch aus anderen Fachbereichen –  zu treten.

Wir haben außerdem sehr viel individuellen Gestaltungsspielraum im Konzept belassen, die Teilnehmenden wählen online unter verschiedenen Modulen aus und bringen in der Präsenzzeit ihre eigenen Themen ein. Wir haben uns gegen ein fixes Curriculum entschieden und sehen unsere inhaltlichen Angebote eher als Anreiz und Ermöglichung. Grundsätzlich hoffen wir, dass durch das Peer-Austausch-Format auch eine Haltung unter den Lehrenden gefördert wird, dass Lehre und Didaktik durchaus thematisieren werden können und sollen. Wenn die Professorinnen und Professoren die eigene Lehre als Bereich ansehen, in dem professionalisierende Entwicklung nicht nur zeiteffizient möglich ist, sondern sich auch lohnt und wünschenswert ist – dann sind wir zufrieden.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit diesem Format gemacht?

Wie bei dieser Zielgruppe erwartet, waren die Anmeldungen zu Beginn eher zurückhaltend. Darum sprechen wir teilweise von uns aus aktiv Lehrende an, die uns in anderen Kontexten durch besonderes Engagement oder Interesse an Lehre/Didaktik aufgefallen sind.

Die Rückmeldungen der bisherigen Teilnehmenden sind durchgehend positiv. Die Trainerin ist ebenso mit dem Konzept für erfahrene Lehrende zufrieden; sie beschreibt aber auch die Herausforderungen der offenen Herangehensweise, die in besonderem Maße auf die individuellen Anforderungen und Bedürfnisse der Teilnehmenden eingeht. Inhaltlich sind die Fragen, die sich Professor/innen stellen, nicht grundsätzlich andere als die der Nachwuchswissenschaftler/innen: Wie gehe ich mitheterogenen Studierendengruppen um?; Wie gestalte ich einen abwechslungsreichen Medieneinsatz?; Wie ‘ermüde’ ich nicht an einer Vorlesung, die ich jedes Semester wieder anbiete? u.ä.

Bei welchen Bausteinen Ihres Konzeptes würden Sie sagen „Ja, genau so ist es gut.“? An welchen Bausteinen arbeiten Sie noch bzw. würden Sie es heute anders machen?

Wir konnten die Bausteine inzwischen in mehreren Durchgängen testen und sind mit den Inhalten generell zufrieden. Derzeit sitzen wir an der Weiterentwicklung und wollen insbesondere die Passung zwischen online angebotenen Inhalten und Präsenzphase konzeptionell stärken

Grundsätzlich fehlen uns momentan präzisere Rückmeldungen darüber, wie die Teilnehmenden mit den Inhalten und der Form des Onlineangebots zurechtkommen. Neben der persönlichen Evaluation am Workshopende werden wir in Zukunft auch anonymisiert die Nutzerzugriffe und das Downloadverhalten unserer Webpräsenz auswerten.

Was ist Ihr Fazit zur hochschuldidaktischen Weiterbildung von Professorinnen und Professoren?

Wir sehen diese absolut als lohnenswert an, auch wenn es bei der Werbung und Weiterentwicklung des Blogs etwas mehr Durchhaltevermögen und Zeit benötigt. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden und der Trainerin bestätigen uns die Relevanz unseres Angebots. Gute Lehre braucht Unterstützung und Wertschätzung – auch seitens der Professor/innenschaft, die ja einen großen Einfluss auf die Lehrqualität und Lehrentwicklung in den Fachbereichen haben. Wir bieten ein hochwertiges Programm an und werden uns weiter dafür einsetzen, dieses Angebot  bekannt zu machen und zu verbreiten. Unser Ziel ist,  die Bedingungen, unter denen Lehre stattfindet zu verbessern und zur Entwicklung von Lehrqualität beizutragen. Das ist nur gemeinsam mit den Professorinnen und Professoren sowie mit Unterstützung der Hochschulleitung möglich.

Vielen Dank für das tolle Gespräch!

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“Das wichtigste ist der Willen, gute Lehre machen zu wollen und diese Zeit nicht als Zeitverschwendung anzusehen”

Interview mit Dorothea Kaufmann

Als promovierte Molekularbiologin ist Dorothea Kaufmann als Studienkoordinatorin und Dozentin am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie an der Uni Heidelberg tätig. Ihre Aufgaben reichen von der Curriculumsgestaltung über die Qualitätssicherung bis zur Entwicklung und Durchführung innovativer Lehrkonzepte. Im Interview erzählt sie uns von ihrer Sicht auf die Lehre in den Naturwissenschaften sowie ihren spannenden Projekten.

UH: Dorothea, Du arbeitest derzeit an einem Test für die Studierfähigkeit von Pharmazie-Studierenden. Wie kam es dazu? Und wie wird das funktionieren?

DK: Im Dezember 2018 wurde vom Bundesverfassungsgericht entschieden, dass das Auswahlverfahren zum Medizin- und Pharmaziestudium den grundrechtlichen Anspruch der Studienplatzbewerber auf gleiche Teilhabe am staatlichen Studienangebot verletzt und somit in einigen Bereichen mit dem Grundgesetz unvereinbar ist. Deshalb müssen nun Bund und Länder die Auswahlkriterien neben der Abiturnote neu regeln.

Vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg erhielten die Universitäten, die das Studienfach Pharmazie anbieten – Heidelberg, Freiburg und Tübingen – den Auftrag, den Studierfähigkeitstest „PhaST“ zu entwickeln. Gemeinsam mit meiner Doktorandin Clara Schütte, die aus der Psychologie kommt und Spezialistin für Eignungsdiagnostik ist, haben wir die Fragen für den Teil Biologie entwickelt. Die Freiburger sind für Mathematik und Physik zuständig, aus Tübingen kommen die allgemeinen Fragen sowie die zur Chemie.

Der ganze Prozess war sehr kompliziert und nervenaufreibend, für mich war dies die erste Zusammenarbeit direkt mit dem Ministerium und über meine Uni hinaus. Aufregend war, den Staatsvertrag mitzuverhandeln, der regelt, welche Gewichtung „PhaST“ in den Auswahlverfahren am Ende haben wird.  

Zum Glück haben wir mit der Firma ITB, die auch den „Medizinertest“ TMS anbietet, einen erfahrenen Partner an Bord. So kann „PhaST“ ab März dieses Jahres starten – die ersten Interessent*innen haben sich bereits angemeldet. In den universitätseigenen Auswahlverfahren wird dann auch die Note aus dem Test für das Ranking herangezogen, die Teilnehmer*innen an „PhaST“ verbessern so ihre Chancen auf einen Studienplatz. Aktuell verhandeln wir auch mit Universitäten außerhalb von Baden-Württemberg, die gerne „PhaST“ nutzen wollen. Mein Ziel ist, dass bis 2021 alle 22 Universitäten, die Pharmazie als Studienfach anbieten, bei „PhaST“ mitmachen.

Du hast ja auch viele Hochschuldidaktik-Workshops besucht und das Zertifikat Hochschullehre des Landes Baden-Württemberg erworben und wurdest 2016 mit dem Ars-legendi Fakultätenpreis für exzellente Lehre in den Biowissenschaften ausgezeichnet. Da hast Du in den Workshops sicher viel Kontakt mit Lehrenden aus anderen Disziplinen gehabt. Was, denkst Du, ist anders beim Lehren in den Naturwissenschaften anders als in anderen Disziplinen?

Der Kontakt mir Kolleg*innen aus anderen Disziplinen war für mich immer sehr bereichernd. Der maßgebliche Unterschied in der Lehre zwischen Natur- und den Geistes- und Sozialwissenschaften ist für mich, dass es bei uns eine feststehende Lehrmeinung gibt, in den anderen Disziplinen ist dies oft viel fluider. Unsere Studierenden müssen wahnwitzige Mengen an Fachwissen in sehr kurzer Zeit verinnerlichen, hier kommt es vor allem darauf an, sie zum selbstgesteuerten und eigenverantwortlichen Lernen zu motivieren. Ich will nicht behaupten, dass dies in anderen Fächern anders wäre, aber im Gespräch mit Kolleg*innen aus anderen Fächern habe ich oftmals für großes Erstaunen gesorgt, wenn ich erwähnt habe, dass das Lehrbuch, auf dem meine Grundvorlesung aufgebaut ist, 1.600 Seiten hat.

In den Naturwissenschaften haben wir den immensen Vorteil, dass alles, was wir lehren, anwendungsbezogen ist. Die Natur, die Welt, unsere Körper funktionieren und wir können erklären, wie. So kann ich für jede Grundlagenvorlesung viele Beispiele aus Medizin und Technik heranziehen, das macht die Wissenschaft „greifbar“ und erleichtert den Studierenden das Verständnis.

Was würdest Du Kolleginnen und Kollegen aus naturwissenschaftlichen Disziplinen bezüglich der Gestaltung von Lehre als wesentliche Tipps mitgeben?

Man muss sich darüber klar sein, dass man selbst nicht das Maß der Dinge ist. Wir stehen als Dozent*innen vor Studierenden, weil wir „es geschafft haben“, weil wir zu den besten unseres Fachs gehören. Doch die, die vor uns sitzen, sind viel diverser und wir müssen alle dabei unterstützen, den Unterrichtsstoff verstehen zu können.

Eigentlich ist es ganz einfach: 20 Minuten spreche ich, dann gibt es eine kurze Murmelphase, in der die Studierenden kurz untereinander Fragen klären können, die dann noch offenen Fragen werden im Plenum besprochen und dann geht es wieder weiter mit Informationen von mir. Viele Beispiele, gerne auch ein Lehrfilm zur Abwechslung. Das wichtigste ist aber der Willen, gute Lehre machen zu wollen und diese Zeit nicht als Zeitverschwendung anzusehen.

Mir haben meine Zellkulturflaschen nie gesagt, dass sie eine tolle Zeit hatten – von meinen Studierenden höre ich dies hingegen regelmäßig.

Was sind Deine nächsten Projekte im Kontext Studium, Lehre, Studierende?

Wenn „PhaST“ läuft, kann ich mich endlich auf mein neues Projekt stürzen: Serious Games und Virtual Reality (VR). Gemeinsam mit der Hochschule der Medien in Stuttgart entwickle ich Lehrinhalte in VR, die dann innerhalb eines Serious Games erlebt werden können. Wer Spiele wie Plague Inc. kennt, kann sich vorstellen, wie das Ganze aussehen soll. Auf den ersten Blick klingt dies wie eine Spielerei, aber gerade hochkomplexe Prozesse wie die Krebsentstehung lassen sich nur unzureichend in 2D erklären. Mittels eines Serious Games können die Studierenden dann sogar selbst aktiv werden und Wissen im wahrsten Sinn des Wortes „gewinnen“.

Außerdem werde ich dieses Jahr meine Habilitation in der Fachdidaktik der Biologie an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg unter der Betreuung von Prof. Dr. Lissy Jäkel abschließen. Hierfür habe ich eine Lern-App namens „MoBiLe“ (Mobil Biologie Lernen) entwickelt, die die Studierenden auf das Studium vorbereitet und auch während des Studiums weitergenutzt werden kann. Für meine Habilitation habe ich die Auswirkung von „MoBiLe“ auf die Selbstwirksamkeitserwartung, die Motivation und verschiedene Diversitätsfaktoren untersucht und ich freue mich sehr darüber, dass mittlerweile auch Kolleg*innen aus der Mathematik, Chemie und Pharmakologie meine App für ihre Lehrveranstaltungen nutzen.

Als Privatdozentin werde ich dann natürlich auch den Blick über Heidelberg hinaus schweifen lassen und neue Herausforderungen suchen – mein Ziel ist eine Professur für Fachdidaktik direkt am entsprechenden Fach, doch ich könnte mir auch die Leitung eines Studiendekanats vorstellen. Was auf jeden Fall sicher ist: Ohne Lehre will ich nicht leben, denn sie ist nach wie vor das, was ich am allerliebsten mache.

Vielen Dank für das spannende Gespräch!

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Rezension: „Mein Start in die Hochschullehre – Ratgeber für Erstlehrende“

„Mein Start in die Hochschullehre – Ratgeber für Erstlehrende“ von Andrea Klein und Natascha Miljković, erscheinen im Hauptverlag Bern, utb, 2019

Mit ihrem Buch „Mein Start in die Hochschullehre – Ratgeber für Erstlehrende“ bieten Andrea Klein und Natascha Miljković eine Unterstützung für alle an, die eine Tätigkeit im wissenschaftlichen Mittelbau oder als Lehrbeauftragte an einer Universität oder Hochschule beginnen. Die Autorinnen geben konkrete Tipps von der Orientierung am neuen Arbeitsplatz bis hin zur Karriereplanung. Dazwischen finden sich Kapitel zu Unterstützungsmöglichkeiten für Lehrende, wie z.B. Hospitationen und hochschuldidaktische Angebote, zum Erhalten und Geben von Feedback, zum Anleiten wissenschaftlichen Arbeitens und zum Betreuen wissenschaftlicher Arbeiten bis hin zur Positionierung zwischen Lehre und Forschung.

Das Buch umfasst vier Teile:

Teil I „Mein Start als Lehrperson“, gibt Tipps und Hilfestellung, wie man sich als Anfängerin oder Anfänger im Wissenschaftsbetrieb einen Überblick verschafft und das System zu verstehen lernt. Außerdem werden die zentralsten Grundlagen des Gestaltens von Lehrveranstaltungen und das Erhalten und Nutzen von Feedback thematisiert.

Teil II „Studierende beim wissenschaftlichen Arbeiten optimal anleiten“ thematisiert, wie Lehrende Studierende zum wissenschaftlichen Arbeiten anregen können.

In Teil III „Wissenschaftliche Arbeiten betreuen“ geht es darum, wie Studierende beim Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten betreut werden können. Dieser Teil umfasst auch ein Kapitel zum Umgang mit Unredlichkeit im Kontext wissenschaftlicher Arbeiten, also konkret zum Umgang und zur Vermeidung von Plagiaten und Ghostwriting.

Teil IV thematisiert den Spagat zwischen Lehre und Forschung, den viele wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erleben.

Eine Fülle von konkreten Vorschlägen, Ideen und Methoden, die nicht nur für Einsteigerinnen und Einsteiger in die Hochschullehre interessant sind, bieten vor allem die Teile II bis IV, also Teil II zum Anleiten zum wissenschaftlichen Arbeiten von Andrea Klein, Teil III zum Betreuen wissenschaftlicher Arbeiten und dem ausführlichen Kapitel zum Thema Plagiat von Andrea Klein und Natascha Miljković und der Teil IV zur Positionierung zwischen Lehre und Forschung von Natascha Miljković. Dort wird den Fragen nachgegangen, wie man Studierende in Lehrveranstaltungen dabei unterstützt, wissenschaftliches Arbeiten zu erlernen, wie man einen Betreuungsprozess bei wissenschaftlichen Arbeiten gestaltet und wie man als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im wissenschaftlichen Mittelbau geschickt und karriereförderlich mit gestellten Anforderungen hinsichtlich Lehre, Forschung sowie dem Wissenschaftsbetrieb meistert.

Insbesondere diese drei der insgesamt vier Teile des Buches weisen die Expertise der jeweiligen Autorin in den in Frage stehenden Feldern nach und sind, wie schon gesagt, nicht nur für Anfängerinnen und Anfänger im Wissenschaftsbetrieb interessant und wertvoll, sondern gleichsam für alte Häsinnen und Hasen; zumal derzeit aus meiner Sicht keine anderen Werke vorliegen, die insbesondere die Themen des Anleitens zum wissenschaftlichen Arbeiten und zur Positionierung im Wissenschaftsbetrieb für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dieser Art systematisch aufbereiten.

Aus diesem Grund ist der Titel dieses Buches aus meiner Sicht zu einschränkend gewählt. Er suggeriert, dass sich das Buch ausschließlich an Einsteigerinnen und Einsteiger in die Hochschullehre wende. Ich persönlich sehe aber erstens diese Einschränkung der Zielgruppe als nicht notwendig an – das Buch ist wie gesagt aus meiner Sicht auch für erfahrenere Wissenschaftler*innen interessant – und zweitens liegt der Fokus des Buches aus meiner Sicht auch nicht primär oder gar ausschließlich auf der Lehre, sondern vielmehr auf einer Tätigkeit im wissenschaftlichen Mittelbau, die neben der Lehre eben auch den Wissenschaftsbetrieb mit seinen Spezifika und die Forschung umfasst.

 

Mein Fazit deshalb:

Andrea Klein und Natascha Miljković haben ein sehr wertvolles Buch für alle wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgelegt, die

  • systematisch wissenschaftliches Arbeiten lehren,
  • wissenschaftliche Arbeiten systematisch betreuen und sich nicht von Unredlichkeit/Plagiat der Studierenden überraschen lassen wollen, und die
  • die komplexen Anforderungen einer Tätigkeit im wissenschaftlichen Mittelbau erfolgreich meistern möchten.

Auch für Menschen, die wissenschaftlich Arbeitende coachen, oder Hochschuldidaktikerinnen und Hochschuldidaktiker wie mich ist dieses Buch wertvoll. Ich werde es künftig in all meine Kurse zu Themen rund um das Gestalten von Lehrveranstaltungen mitnehmen, da das Anleiten zum wissenschaftlichen Arbeiten dort jeweils Thema ist, aber bisher kaum einer systematischen Betrachtung unterzogen wurde. Hierfür bietet dieses Buch eine gute Voraussetzung.

 

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“Letztlich wird sich nur etwas ändern, wenn die Lehre mehr Wertschätzung erhält”

Schon vor einem Jahr erschien Ninas Interview mit mir. Nun ist es höchste Zeit, dass auch Nina ein paar Fragen beantworten muss. Wir haben uns neulich über ihre Erfahrungen im Studium unterhalten, die sie inzwischen aus der Sicht einer Berufstätigen und Instructional Designerin bewerten kann.

Uli: Nina, Du hast 2018 Deinen Masterabschluss an der Uni Freiburg gemacht. Wenn Du zurückblickst: Wie gut hat Dich aus Deiner Sicht die Universität auf die Zukunft vorbereitet?

Nina: Ich bin grundsätzlich zufrieden damit, wie wir auf das „echte Leben“ vorbereitet worden sind. Ich denke, da gibt es Studiengänge, wo wesentlich mehr Potential verloren geht. Was ich in meinen Studiengängen geschätzt habe, war die Priorisierung von Verständnis und Anwendung. Es gab selten Klausuren, wo wir auswendig lernen mussten, selbst in der Statistik haben wir meistens eher praktische Tätigkeiten geübt. Im Master gab es sogar ein Forschungspraktikum. Es wurden sehr oft Lerntagebücher und Portfolios geschrieben oder Concept Maps entworfen, das war sehr wertvoll, um einen Überblick über das Gelernte zu bekommen und eine eigene Position zu den Inhalten des Studiums zu finden. Ich schlage heute noch oft in meinen alten Lerntagebüchern Dinge nach. Im Studium habe ich also wenig „träges Wissen“ erworben, das mir heutzutage nicht mehr verfügbar ist, sondern vielmehr ein persönliches und relativ robustes mentales Netzwerk aus zahlreichen Modellen und Theorien entwickelt.

Zukunftsträchtig waren auch die vielen praktischen Erfahrungen: Im Bachelor musste man 12 Wochen Praktikum absolvieren, das habe ich zwar damals etwas ungern in Angriff genommen, aber nachträglich war das natürlich eine unheimlich wertvolle Erfahrung. Es gab im Bachelor wie auch im Master jeweils eine Lehrveranstaltung, in der man an einem Projekt mit richtigen Auftraggebern von außen zusammenarbeiten durfte. Das war ganz lehrreich und intensiv. Diese Projektarbeit bildete für uns einen geschützten Raum, in dem man Erfahrungen sammeln und Dinge ausprobieren durfte – schließlich zählte am Ende nicht, wie im Beruf, die Meinung des Auftraggebers, sondern nur die des Dozenten. Diese Projektarbeiten waren teilweise sehr herausfordernd, auch weil die Gestaltung der Zusammenarbeit im studentischen Team nicht immer einfach war. Aber nur so haben wir an unseren Sozialkompetenzen, methodischen Kompetenzen, an der Kreativität und Kooperation arbeiten können…

Super fand ich auch, dass das Studium trotzdem nicht allzu viel Zeit in Anspruch genommen hat und ich nebenher immer jobben konnte. Ich habe sehr schnell einen Hiwi-Job an unserem Institut ergattert und so natürlich noch viel mehr Erfahrungen gesammelt. Zusätzlich hatte ich fast immer einen zweiten Job. Diese waren zwar nicht immer unmittelbar fachlich relevant – ich war z. B. International Tutor für das Studierendenwerk oder Hilfskraft in der Verwaltung eines Fraunhofer-Instituts – aber auch dort habe ich ganz viel fürs Leben gelernt. Und die Jobs, die fachlich relevant waren – wie meine Zusammenarbeit mit Dir! – waren natürlich am allerschönsten. Ich finde es wichtig, dass ein Studium Raum lässt für solche Erfahrungen. Wenn ich mir anschaue, wie es Studierenden geht, die während ihres Studiums aus unterschiedlichen Gründen kaum berufliche oder praktische Erfahrungen sammeln konnten, dann bin ich ganz schön froh, dass ich nicht so ins kalte Wasser springen musste nach meinem Abschluss.

Uli: Was hat aus Deiner Sicht gefehlt? Und warum?

Nina: Gefehlt hat bei uns natürlich auch einiges. Die Lehre war zu repetitiv, es hätte viel mehr Abwechslung geben können. Man merkte einfach, dass die Dozierenden an ihren Promotionen gearbeitet haben und deshalb keine Zeit und Lust hatten, um ein Flipped Classroom oder Projektbasiertes Lernen für uns zu entwickeln. Es scheint mir, als hätte sich dieses Problem mit der Zeit sogar verschlimmert: Es wurden nach und nach immer mehr Seminare angeboten, die für uns inhaltlich gar nicht relevant waren, weil sie stark auf die Schule fokussiert waren. In unseren Studiengängen geht es per Definition eigentlich nur um die Erwachsenenbildung. Aber unser Institut bildet auch Lehramtsstudierende aus. Wenn man uns in Seminare schickt, die eigentlich für die LehrämtlerInnen gedacht sind, spart das natürlich ganz schön viel Geld. Und so kam es, dass wir immer häufiger zusammen mit Lehramtsstudierenden in irgendwelchen komischen Lehrveranstaltungen saßen, die vom Konzept her so verdreht wurden, dass es auf Papier sinnvoll erschien. In der Realität war es natürlich alles andere als sinnvoll. Die LehrämtlerInnen haben übrigens auch darunter gelitten.

Außerdem fehlte mir im Studium immer wieder die Tiefe und Herausforderung. Es war nicht schwer, gute Noten zu bekommen, viele KommilitonInnen haben sich durch das Studium „gechillt“. Diskussionen blieben oft etwas oberflächlich, viel zu oft wurden Inhalte in mehreren Lehrveranstaltungen wiederholt, weil keine Absprache zwischen den Dozierenden stattgefunden hat. Die fehlenden Ressourcen haben dazu geführt, dass „ausreichend gute“ Lehre geplant wurde und nicht eine wirklich qualitative Lehre. Heute ist mir erst bewusst, wie viel mehr ich hätte im Studium lernen können. Es ist schon schade, dass dieses Potenzial verloren ging! Aber wie gesagt: Es hätte auch viel schlimmer sein können.

Uli: Hättest Du als Studenten auch mehr zu Deiner Weiterentwicklung beitragen können?

Nina: Ja, ich bedauere, dass ich nicht früher meine Lernprozesse und Literatur besser verwaltet habe. Ich hätte gerne früher angefangen, Citavi zu nutzen – so richtig nötig war das erst bei der Masterarbeit. Außerdem hätte ich gerne für mich mehr persönlich reflektiert, überlegt, was mir wichtig ist und was ich in die Zukunft mittragen möchte. Dazu hätte ich regelmäßig Lerntagebücher schreiben können, aber nur für mich selbst, nicht für im Rahmen der Seminare. Das wichtigste Wissen hätte ich dann gerne für mich auswendiggelernt – denn das habe ich neulich angefangen und ich empfinde es wirklich als Bereicherung, sich auf einer ganz persönlichen Art und Weise strukturiert weiterzubilden.

Die Uni Freiburg. Foto von AlterVista über Wikipedia unter der Lizenz CC BY-SA 3.0.

Uli: Wie sollte sich aus Deiner Sicht die universitäre Lehre in den nächsten Jahren verändern, um die Studierenden auf die Zukunft vorzubereiten?

Nina: Hochschulen müssen Weiterbildungen – nicht nur Workshops, sondern auch Onlinekurse – bereitstellen, um Dozierende systematisch auf eine Lehrtätigkeit vorbereiten. Lehrveranstaltungen müssen sinnvoll, nicht mit „One Size Fits All“-Evaluationsbögen evaluiert werden. Und es muss dringend mehr Absprache unter den Dozierenden her. Es kann nicht sein, dass Inhalte im Studium drei oder vier Mal als etwas Neues präsentiert werden. Aber all das kostet die Dozierenden Ressourcen – diese müssen erstmal freigeräumt werden. Letztlich wird sich nur etwas ändern, wenn die Lehre mehr Wertschätzung erhält. Diese Wertschätzung muss sich in der Hochschullandschaft kulturell verankern, aber auch wirtschaftlich im Sinne von Arbeitszeit und Gehalt widergespiegelt werden. Ich bin der Meinung, dass Dozierende generell schon gute Lehre machen werden, wenn man ihnen die Zeit, das Gehalt und etwas unterstützende Ressourcen gibt. Übergreifende Projekte, die von oben zu viel Struktur vorgeben und den Dozierenden ihre Freiheiten rauben, gehen in die falsche Richtung.

Uli: Welchen ganz konkreten Tipp würdest Du als Instructional Designerin Dozierenden geben, wenn diese ihre Lehre zukunftsfähig halten und machen möchten?

Nina: Ganz konkret sollte sich wirklich jede/r mit einem oder mehreren innovativen Lehrkonzepten auseinandersetzen, die die Studierenden aktivieren, wie dem projektbasierten, problembasierten oder forschenden Lernen, dem Working-Out-Loud, Service Learning oder natürlich Flipped Classroom. Selbst wenn man „nur“ eine dieser Methoden kennt und angemessen umsetzen kann, verbessert sich die Qualität der Lehre massiv. Natürlich braucht es etwas Zeit, sich darin einzuarbeiten, das ist klar. Und bei der ersten Durchführung wird es vielleicht etwas ungewöhnlich sein und irgendwo hapern. Aber unter dem Strich spart man damit sogar Zeit und Aufwand. Denn diese Lehrkonzepte verändern ja die Rolle der Dozierenden: Anstatt als ExpertIn für alle Inhalte dazustehen – was ja schon anstrengend ist, gerade für Promovierende, die selbst erst vor kurzem ihren Abschluss erlangt haben – ist man nun BegleiterIn und ExpertIn für den Prozess. Die Studierenden erhalten mehr Verantwortung für die inhaltliche Ausarbeitung, als Dozent/in steuert man eher. Mithilfe von Online-Lernumgebungen und der zahlreichen Lernmaterialien, die es heutzutage gibt, kann man sich somit sehr viel Arbeit sparen, vor allem bei wiederholten Durchführungen. So kann jede und jeder Dozierende dazu beitragen, dass die Lehre zukunftsfähig wird und bleibt.

Uli: Danke Dir für das Gespräch.

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“Es war mir ein Bedürfnis, Lehrenden das Lehren zu erleichtern”

Falls Sie sich fragen, wer hinter dieser Website steckt, dann sind Sie hier richtig. Als ich im Oktober 2018 offizielles Teammitglied bei „Hanke Teachertraining“ geworden bin, habe ich die Gelegenheit genutzt, um Ulrike gründlich zu ihrer Tätigkeit auszufragen. In diesem Interview unterhalten wir uns über ihre Einstellungen und Werte als Dozentin in der Hochschul- und Bibliotheksdidaktik, ihre Pläne für die nächsten Jahre und die Besonderheiten, die die Mischung zweier Zielgruppen mit sich bringt.

[Ursprünglich erschienen am 15. Januar 2019 auf hanke-teachertraining.de]

Nina: Uli, nach vielen Jahren des Forschens und Lehrens an der Uni Freiburg und PH Freiburg hast Du Dich 2014 selbständig gemacht, um Workshops und Lernmaterialien für Hochschullehrende anzubieten. Was hat Dich dazu bewegt?

Uli: Ausschlaggebend dafür waren zwei Dinge: Erstens war es mir ein Bedürfnis, die Dinge, mit denen ich mich an der Uni und der PH mehr als 10 Jahre (mit dem Studium zusammen 17 Jahre) beschäftigt habe, in die Praxis zu tragen und dadurch die Lehre zu verbessern und Lehrenden das Lehren zu erleichtern. Und zweitens, wenn ich ehrlich sein darf, waren es auch die Rahmenbedingungen des Arbeitens in der Wissenschaft, die mich mit ihren ewig befristeten Verträgen einfach mürbe gemacht haben. Ich hätte mich nun auf eine Professur bewerben müssen und dafür weitere Jahre der Unsicherheit, der Vertretungen hier und da ertragen müssen. Dazu war ich nicht mehr bereit.

Nina: Ich denke, Letzteres ist ein bekanntes Problem unserer Hochschullandschaft. Ich hätte auch keine Lust auf jahrelang befristete Verträge… Nun schaust Du also in die Praxis und Dir ist es wichtig, Lehrenden Unterstützung für ihren Lehralltag anzubieten. Wie stellst Du sicher, dass diese Unterstützung wirklich praxistauglich ist?

Uli: Das versuche ich durch verschiedene Bausteine sicherzustellen. Erstens versuche ich selbst, den Kontakt zur Lehrpraxis mit Studierenden nicht zu verlieren, sodass ich auch am eigenen Leib erfahre, was funktioniert, was nicht. Deshalb führe ich selbst regelmäßig Lehrveranstaltungen mit Studierenden durch. Zweitens stehe ich in den Weiterbildungen und über meine Social Media-Kanäle ständig in Kontakt mit vielen Lehrenden, sodass ich recht nah an dem dran bin, was sie bewegt. Und drittens versuche ich meine Weiterbildungen nach allen Regeln der „Didaktik-Kunst“ zu gestalten:

  • Ich nehme Wünsche der Teilnehmenden auf und gehe darauf ein, soweit das irgendwie möglich ist.
  • Ich gestalte meine Weiterbildungen so, dass sie eine Art Beispiel für Lehrveranstaltungen sind.
  • Ich berichte aus der Praxis.
  • Ich frage nach der Praxis der Teilnehmenden.
  • Ich lasse in den Veranstaltungen an konkreten Fragen aus der Praxis arbeiten.
  • Und wenn mir das meine Auftraggeber ermöglichen, versuche ich, Follow-up-Treffen nach den Veranstaltungen zu implementieren, oder besuche meine Teilnehmenden in ihrer Praxis.
  • Außerdem nehme ich die Evaluationsergebnisse ernst und optimiere meine Weiterbildungsveranstaltungen fortlaufend, um den Wünschen und Bedürfnissen der Teilnehmenden gerecht zu werden.

Nina: All das leistest Du inzwischen für zwei ganz unterschiedliche Zielgruppen. Zum einen für Hochschuldozierende, und seit 2006 auch für Bibliothekarinnen und Bibliothekare, die ja an ihren Bibliotheken auch Führungen und Schulungen durchführen müssen. Wie kamst Du auf die Idee, dass es dort auch einen Bedarf gibt?

Uli: Wie das Leben so spielt… das war ein Zufall in der Zeit, in der ich noch an der Uni Freiburg gearbeitet habe. Ein Kollege hatte damals schon begonnen, Weiterbildungen zum Thema Didaktik für Bibliothekarinnen und Bibliothekare anzubieten. Und er war bei einem Termin verhindert. Also hat er mich gefragt. Und so war ich Anfang 2006 das erste Mal an der UB Heidelberg und habe eine Weiterbildung im Bereich Bibliotheksdidaktik gegeben. Dann kam ein weiterer Zufall dazu, nämlich dass ein Fachreferent der UB Freiburg an unser Institut kam und Interesse signalisierte, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der UB Freiburg zu schulen. Und so kam dann eine Kooperation zwischen ihm und mir zustande. Wir haben einiges zusammen publiziert und geben noch heute zusammen Workshops im Bereich Teaching Library und Bibliotheksdidaktik. Also eigentlich Zufall 😉. Aber in den letzten Jahren ist der Bedarf in diesem Bereich sehr stark gestiegen, was mich natürlich freut.

Nina: Inzwischen gehört es also zu Deinem Alltag, sowohl in der Hochschuldidaktik als auch in der Bibliotheksdidaktik tätig zu sein. Was ist für Dich das Besondere an dieser Mischung?

Uli: Das macht es schlicht und einfach abwechslungsreich. Die Zielgruppen sind unterschiedlich, die Voraussetzungen, unter denen sie arbeiten auch, aber die Didaktik unterscheidet sich wiederum gar nicht so sehr. Die Hochschuldidaktik fordert von mir, dass ich auch viel lese und bei den neueren Publikationen auf dem Laufenden bleibe. In der Bibliotheksdidaktik ist das bekannte Wissen noch lange nicht so groß, da kann ich dagegen NOCH mehr innovativ sein.

Nina: Und, welche Innovationen hast Du gerade im Blick?

Uli: Das ist so mein Problem: Meist spukt mir so viel im Kopf rum, so dass ich oft gar nicht so genau sagen kann, was es ist. Ich denke auf jeden Fall über einen weiteren Online-Kurs mit dem Arbeitstitel „Handwerkszeug in der Bibliotheksdidaktik“ nach. Der ist, so denke ich, längst überfällig. Außerdem möchte ich einen E-Mail-Kurs zum Entwickeln von kleineren Bibliotheken als Teaching Libraries entwickeln und dann ist da noch die Idee für ein Buch mit dem Fokus auf die typischen One-Shot-Bibliotheksveranstaltungen. Und natürlich möchte ich weitere Webinare anbieten… leider hat mein Tag nur 24 Stunden 😉, aber zum Glück habe ich nun ja Dich, Nina, als meine tatkräftige Unterstützerin. Was würdest Du denn davon gerne als erstes gemeinsam mit mir in Angriff nehmen?

Nina: Oha, Rollentausch! 😀 Also, ich denke, ein Online-Kurs zum Thema „Handwerkszeug in der Bibliotheksdidaktik“ wäre so vielseitig, dass er möglichst vielen im Alltag helfen könnte. Damit könnten wir gerne anfangen. An den One-Shot-Bibliotheksveranstaltungen sind wir ja gerade mit unserer Blog-Reihe dran, vielleicht ergibt sich ein Buch daraus, wenn wir da „durch“ sind. Dann aber noch die letzte Frage für dieses kurze Interview, bevor wir zu sehr in unseren Plänen abschweifen 😊 :

Du arbeitest ja zunehmend mit digitalen Medien in unterschiedlichen Formen wie den sozialen Medien, Online-Kursen und Webinaren und auch Deinen Blended-Learning-Workshops… Wie geht es Dir mit dieser Entwicklung? Was gefällt Dir am digitalen Kontakt mit Deinen Zielgruppen? Und welche Chancen oder Herausforderungen siehst Du wiederum für Hochschuldozierende und BibliothekarInnen im digitalen Umgang mit ihren eigenen Zielgruppen?

Uli: Mir gefällt daran, dass ich manche Dinge etwas aus der Präsenzzeit auslagern kann, nicht mehr immer wieder gleiche Inputs geben muss und meine Teilnehmenden dadurch in der Präsenz schon an konkreten Herausforderungen arbeiten können. Dadurch wird es in den Blended Learning-Veranstaltungen viel praktischer. An den sozialen Medien gefällt mir der unkomplizierte Austausch, die schnelle Unterstützung am Point of Need und dass ich mich quasi nebenbei auch selbst weiterbilden kann.

Als Herausforderung für die Dozierenden an Hochschulen und die BibliothekarInnen sehe ich vor allem die eigene Scheu und vielleicht eine gewisse, für mich völlig nachvollziehbare Unsicherheit im Umgang mit den digitalen Lehr-Lern-Formen. Es erscheint am Anfang so, als sei dies viel aufwändiger. Man hat vielleicht auch Scheu, vor die Kamera zu treten oder etwas in den Sozialen Medien kundzutun. Diese Hürde muss man aber, so ist meine ganz persönliche Erfahrung, einmal überwinden, dann wird man vermutlich bald die Vorteile schätzen lernen.

Nina: Wenn Du es schaffst, schaffen andere es auch. Uli, vielen Dank für Deine Zeit und dieses spannende Gespräch!

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