Rezension: „Mein Start in die Hochschullehre – Ratgeber für Erstlehrende“

„Mein Start in die Hochschullehre – Ratgeber für Erstlehrende“ von Andrea Klein und Natascha Miljković, erscheinen im Hauptverlag Bern, utb, 2019

Mit ihrem Buch „Mein Start in die Hochschullehre – Ratgeber für Erstlehrende“ bieten Andrea Klein und Natascha Miljković eine Unterstützung für alle an, die eine Tätigkeit im wissenschaftlichen Mittelbau oder als Lehrbeauftragte an einer Universität oder Hochschule beginnen. Die Autorinnen geben konkrete Tipps von der Orientierung am neuen Arbeitsplatz bis hin zur Karriereplanung. Dazwischen finden sich Kapitel zu Unterstützungsmöglichkeiten für Lehrende, wie z.B. Hospitationen und hochschuldidaktische Angebote, zum Erhalten und Geben von Feedback, zum Anleiten wissenschaftlichen Arbeitens und zum Betreuen wissenschaftlicher Arbeiten bis hin zur Positionierung zwischen Lehre und Forschung.

Das Buch umfasst vier Teile:

Teil I „Mein Start als Lehrperson“, gibt Tipps und Hilfestellung, wie man sich als Anfängerin oder Anfänger im Wissenschaftsbetrieb einen Überblick verschafft und das System zu verstehen lernt. Außerdem werden die zentralsten Grundlagen des Gestaltens von Lehrveranstaltungen und das Erhalten und Nutzen von Feedback thematisiert.

Teil II „Studierende beim wissenschaftlichen Arbeiten optimal anleiten“ thematisiert, wie Lehrende Studierende zum wissenschaftlichen Arbeiten anregen können.

In Teil III „Wissenschaftliche Arbeiten betreuen“ geht es darum, wie Studierende beim Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten betreut werden können. Dieser Teil umfasst auch ein Kapitel zum Umgang mit Unredlichkeit im Kontext wissenschaftlicher Arbeiten, also konkret zum Umgang und zur Vermeidung von Plagiaten und Ghostwriting.

Teil IV thematisiert den Spagat zwischen Lehre und Forschung, den viele wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erleben.

Eine Fülle von konkreten Vorschlägen, Ideen und Methoden, die nicht nur für Einsteigerinnen und Einsteiger in die Hochschullehre interessant sind, bieten vor allem die Teile II bis IV, also Teil II zum Anleiten zum wissenschaftlichen Arbeiten von Andrea Klein, Teil III zum Betreuen wissenschaftlicher Arbeiten und dem ausführlichen Kapitel zum Thema Plagiat von Andrea Klein und Natascha Miljković und der Teil IV zur Positionierung zwischen Lehre und Forschung von Natascha Miljković. Dort wird den Fragen nachgegangen, wie man Studierende in Lehrveranstaltungen dabei unterstützt, wissenschaftliches Arbeiten zu erlernen, wie man einen Betreuungsprozess bei wissenschaftlichen Arbeiten gestaltet und wie man als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im wissenschaftlichen Mittelbau geschickt und karriereförderlich mit gestellten Anforderungen hinsichtlich Lehre, Forschung sowie dem Wissenschaftsbetrieb meistert.

Insbesondere diese drei der insgesamt vier Teile des Buches weisen die Expertise der jeweiligen Autorin in den in Frage stehenden Feldern nach und sind, wie schon gesagt, nicht nur für Anfängerinnen und Anfänger im Wissenschaftsbetrieb interessant und wertvoll, sondern gleichsam für alte Häsinnen und Hasen; zumal derzeit aus meiner Sicht keine anderen Werke vorliegen, die insbesondere die Themen des Anleitens zum wissenschaftlichen Arbeiten und zur Positionierung im Wissenschaftsbetrieb für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in dieser Art systematisch aufbereiten.

Aus diesem Grund ist der Titel dieses Buches aus meiner Sicht zu einschränkend gewählt. Er suggeriert, dass sich das Buch ausschließlich an Einsteigerinnen und Einsteiger in die Hochschullehre wende. Ich persönlich sehe aber erstens diese Einschränkung der Zielgruppe als nicht notwendig an – das Buch ist wie gesagt aus meiner Sicht auch für erfahrenere Wissenschaftler*innen interessant – und zweitens liegt der Fokus des Buches aus meiner Sicht auch nicht primär oder gar ausschließlich auf der Lehre, sondern vielmehr auf einer Tätigkeit im wissenschaftlichen Mittelbau, die neben der Lehre eben auch den Wissenschaftsbetrieb mit seinen Spezifika und die Forschung umfasst.

 

Mein Fazit deshalb:

Andrea Klein und Natascha Miljković haben ein sehr wertvolles Buch für alle wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgelegt, die

  • systematisch wissenschaftliches Arbeiten lehren,
  • wissenschaftliche Arbeiten systematisch betreuen und sich nicht von Unredlichkeit/Plagiat der Studierenden überraschen lassen wollen, und die
  • die komplexen Anforderungen einer Tätigkeit im wissenschaftlichen Mittelbau erfolgreich meistern möchten.

Auch für Menschen, die wissenschaftlich Arbeitende coachen, oder Hochschuldidaktikerinnen und Hochschuldidaktiker wie mich ist dieses Buch wertvoll. Ich werde es künftig in all meine Kurse zu Themen rund um das Gestalten von Lehrveranstaltungen mitnehmen, da das Anleiten zum wissenschaftlichen Arbeiten dort jeweils Thema ist, aber bisher kaum einer systematischen Betrachtung unterzogen wurde. Hierfür bietet dieses Buch eine gute Voraussetzung.

 

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