Didaktik-To-go: Machen Sie Störungen in der Lehre unwahrscheinlicher …

… indem Sie die Studierenden aktiv werden lassen.

Konkreter Tipp

Lassen Sie möglichst viele Studierende möglichst oft gleichzeitig aktiv werden.

Ihre Vorteile

  • Störungen fallen weniger auf.
  • Es wird weniger gestört, weil ja alle beschäftigt sind.
  • Sie können mit den Störenfrieden ins Gespräch kommen, ohne den lernwilligen Lernenden kostbare Lernzeit zu stehlen.

Begründung

Störungen treten meist dann auf, wenn Studierende beginnen, sich zu langweilen. Wenn Sie ihnen Aufgaben geben, sind sie dagegen beschäftigt, so dass Störungen unwahrscheinlicher werden. Dazu kommt, dass mögliche auftretende Störungen von den anderen Studierenden weniger wahrgenommen werden, sie also nicht so sehr stören. Sprechen Sie nämlich das Stören und die Störenfriede im Unterricht mit der ganzen Gruppe an, so unterbrechen Sie den Lernprozess derer, die eigentlich ja lernen wollen. Sie nehmen also diesen die Chance zu lernen.

Meine Erfahrung damit

Störungen werden in Phasen, in denen die Lernenden aktiv sind, deutlich weniger, und vor allem stressen sie mich als Lehrende nicht so sehr. Wenn nur eine Gruppe bei Gruppenarbeiten stört oder meint, etwas anderes tun zu müssen, dann ist mir das ziemlich egal. Ich sehe mich ja nicht in der Rolle, alle zum Lernen zu bringen/zwingen. Wer nicht will, soll es lassen. Wenn durch das Stören aber auch die anderen, die eigentlich lernwilligen Lernenden gestört werden, dann stresst mich das, denn dann sehe ich mich in der Pflicht, die Störenfriede zurechtzuweisen, was mir eher schwer fällt. Meine Lösung ist also: Aktivität für alle so viel als möglich.

Micro-Learning-Kurs: Visionen für die Hochschullehre

Periskop vor einem Meereshorizont

Stellen Sie sich einen Hörsaal mit Studierenden vor 20 Jahren vor … und jetzt vor 15 Jahren … und jetzt vor 10 Jahren … und heute? Was hat sich verändert? Rein äußerlich kaum etwas: Die Studierenden sitzen in den klassischen Bankreihen der Hörsäle. Sie tuscheln, sie lauschen den Ausführungen der Lehrenden. Vor zwanzig Jahren nutzten die Lehrenden Overhead- und Dia-Projektoren, um Bilder oder Abbildungen zu zeigen, erst langsam zogen die Beamer und damit die Powerpoint-Präsentationen in die Hörsäle ein. Heute ist das gesprochene Wort der Lehrenden fast immer begleitet von mehr oder weniger überfüllten Folien.

Und was ist noch anders? Stimmt: Vor ca. 15 Jahren begannen die Laptops der Studierenden ihren Eroberungszug der Hörsäle. Anders als noch vor 15-20 Jahren steht heute vor fast jedem Studierenden ein Laptop; steht da keiner, so findet sich einer in der Tasche unter dem Tisch … und falls tatsächlich kein Laptop vorhanden ist, so ist doch mindestens ein Tablet dort zu finden.

Und was ist noch anders? Es sind die Smartphones! Sie sind allgegenwärtig: Sie liegen auf den Tischen, stecken in den Hosentaschen oder werden in der Hand gehalten; vor, während und nach der Vorlesung; auch wenn die Studierenden sich unterhalten, fällt der Blick regelmäßig auf das Smartphone.

Und die Lehrenden? Wie gehen sie damit um? Manche versuchen verzweifelt, die digitalen Geräte von den Tischen zu verbannen. Andere lassen sie zu, befürchten aber, dass die Studierenden der Vorlesung weniger gut folgen als vor zwanzig Jahren, da sie abgelenkt seien.

Was viele Lehrenden heute tun, ähnelt damit sehr dem, was sie vor zwanzig Jahren auch schon taten: Sie stellen Informationen dar. Die Möglichkeiten, die die allgegenwärtigen digitalen Geräte der Studierenden bieten, empfinden einige eher als Bedrohung, denn als Möglichkeit. Dadurch bleibt das wahre Potential der Digitalisierung für die Hochschullehre völlig ungenutzt.

Im Kurs “Visionen für die Hochschullehre” erfahren Sie, wie Sie das Potenzial der Digitalisierung in Ihrer Hochschullehre entfalten können.

Was ist es nun aber, was die letzten Jahre gebracht haben, was die Hochschullehre und die hochschuldidaktische Aus- und Weiterbildung tangieren sollte?

Werfen wir dafür einen kurzen Blick zurück in die Zeit vor dem Internet, vor dem Smartphone – und sooo lange müssen wir dafür ja gar nicht zurückgehen, wie wir gerade schon gesehen haben: Nur ca. 20-25 Jahre.

„Früher“, also vor ca. 20-25 Jahren

Gesichertes Wissen war damals gebunden an Expert/inn/en und wurde in Printmedien (Büchern und Zeitschriften) publiziert und verbreitet. Das Wissen in einem bestimmten Fach oder zu einem bestimmten Themenbereich entwickelte sich zwar auch weiter, durch die Bindung an Personen oder Printmedien allerdings aus heutiger Sicht recht beschaulich und langsam. Die Menge des Wissens schien zu einem bestimmten Zeitpunkt geradezu endlich zu sein.

Die Weiterentwicklung des Wissens war weitgehend gebunden an die Wissenschaft und fand an den einzelnen Forschungseinrichtungen statt. Natürlich gab es bereits Austausch zwischen einzelnen Einrichtungen, natürlich nahm man Bezug auf Forschungsergebnisse anderer und pflegte Kooperationen, aber aus der Perspektive von heute ging dies alles viel langsamer vonstatten: Man musste reisen, sich treffen, Briefe und später immerhin noch E-Mails schreiben. Es dauerte bis Forschungsergebnisse publiziert waren und damit der Fachcommunity zugänglich waren.

Zu dieser Zeit waren die Zugangsvoraussetzungen für bestimmte Berufe und Tätigkeiten recht klar definiert: Man wusste, was jemand können muss, der in einem bestimmten Tätigkeitsfeld arbeiten sollte.

Und heute?

Gesichertes Wissen ist heute nicht mehr nur gebunden an Expert/inn/en und Printpublikationen. Es ist immer und überall über das Internet und Netzwerke von Menschen verfügbar und zugänglich, und dies weltweit in Echtzeit. Die Wissensmenge ist unendlich, denn es wird immer und überall durch viele Menschen neues Wissen, bzw. neue Informationen produziert. Jeder und jede kann beitragen, jede/r kann Experte oder Expertin werden, da der Zugang zu Wissen heute viel leichter ist als frühe. Nicht nur an Hochschulen und Universitäten eingeschriebene Studierende und Wissenschaftler/innen haben Zugang zu Expert/innen, über das Internet kann jeder und jede teilhaben und selbst zum Experten oder der Expertin werden. Stellt sich jemand gut dar, produziert für eine Community gute Informationen, wird er oder sie auch ohne formale Abschlüsse und Titel zu als Experte wahrgenommen.

Insgesamt sind die Einflussmöglichkeiten der einzelnen größer geworden: Wir bewerten Produkte und Dienstleistungen und nehmen damit Einfluss auf andere Menschen, die sich für diese Produkte und Dienstleistungen interessieren, aber auch auf neue Produkt- und Dienstleistungsentwicklungen. Wir vermieten einfach unsere Wohnung über airbinb, wir transportieren andere Menschen über uber und verdienen dabei nebenbei Geld.

Wir haben insgesamt viel mehr Wahlmöglichkeiten: Wir können Preise fast weltweit vergleichen und die günstigsten wählen, wir entscheiden selbst, wann wir Nachrichten schauen und wann der Tatort am Sonntagabend beginnt oder auf Montag verschoben wird. Wir wählen, ob wir das Zugticket am Schalter, am Automaten, im Internet oder mobil kaufen.

Dazu kommt, dass viele Tätigkeiten, die früher von Menschen durchgeführt werden mussten, heute automatisiert sind, und dieser Prozess der Automatisierung ist längst nicht abgeschlossen. Dadurch sind Berufsbilder und Tätigkeitsfelder einem starken Wandel unterworfen und im Moment ist nicht abzusehen, wo und was Menschen in der Zukunft arbeiten werden. Sicher scheint zu sein, dass es immer weniger klar definierte Tätigkeiten geben wird. Was Menschen in Zukunft konkret können müssen, um in bestimmten Tätigkeitsfeldern erfolgreich zu sein, ist heute nicht klar. Sicher ist aber, dass es immer weniger klar definierte Tätigkeiten geben wird, denn die klar definierten können ja automatisiert werden.

Und was bedeutet dies nun für die Hochschullehre?

Dies erfahren Sie im Micro-Learning-Kurs “Visionen für die Hochschullehre”.

Melden Sie sich hier an und Sie erhalten ab heute einmal wöchentlich für sechs Wochen kurze Informationen, Learning-Nuggets zugeschickt. In diesen Learning-Nuggets Form von Texten, Learning-Snacks, Videos und Beispielen erfahren Sie, warum die Hochschullehre neue Formate und Themen braucht und welche das sind. Diese Learning-Nuggets zu bearbeiten kostet Sie zwischen 5 und 15 Minuten und Sie können sie nebenbei online per Smartphone bearbeiten.

Auf dem Programm steht Folgendes:

Noch heute erhalten Sie: Visionen für eine Hochschullehre im Digitalzeitalter

In den folgenden Wochen lernen Sie die Formate für eine Hochschullehre im Digitalzeitalter kennen:

Woche 1: Die Möglichkeiten des Flipped Classrooms

Woche 2: Die Möglichkeiten von Micro-Learning

Woche 3: Forschendes Lernen

Woche 4: Service Learning

Woche 5: Die Rolle persönlicher Lernumgebungen und -netzwerke

Woche 6: Und wie geht es jetzt mit der Hochschuldidaktik weiter?

Ich bin auf Ihre Rückmeldung zum Kurs gespannt. Lassen Sie uns gemeinsam eine neue Zukunft für die Hochschuldidaktik gestalten!

Didaktik-To-Go: Seien Sie und Ihre Lernenden zufrieden …

Vier Menschen halten Sprechblasen aus Papier hoch, sie stehen in einem sonnigen Feld. das Bild soll Feedback symbolisieren.

Planen Sie mindestens eine kurze Zwischenevaluation im Rahmen Ihrer Lehrvernstaltung ein und nehmen Sie das Feedback ernst.

  • Ihre Lernenden fühlen sich ernst genommen und wertgeschätzt.
  • Ihe Lernenden sind zufriedener, wodurch weniger Störungen, mehr Engagement und Mitarbeit zu erwarten sind.
  • Sie  selbstfühlen sich in der angenehmen Atmosphäre auch wohler. Das Lehren macht mehr Spaß.

Begründung

Oft sind es Kleinigkeiten, die den Lernenden missfallen, die Sie leicht ändern können. Fragen Sie die Lernenden hat dies außerdem den Effekt, dass diese sich wertgeschätzt und ernst genommen fühlen. Und wer fühlt sich nicht gerne ernst genomme? Selbst wenn Sie letztlich nicht alle Wünsche der Lernenden umsetzen können, erzielt das “Danach-Fragen” und dass Sie erklären, warum Sie vielleicht auch etwas nicht umsetzen können, seine Wirkung. Allerdings sollten Sie unbedingt auch auf das Feedback eingehen, d.h. umsetzen, was geht und erklären, wenn etwas nicht umsetzbar ist.

Meine Erfahrung damit

Vor einiger Zeit habe ich in einer Lehrveranstaltung KEINE Zwischenevaluation gemacht. Das war sehr lehrreich für mich, denn was die Studierenden mir am Ende als Feedback gaben, hat mich recht traurig gemacht: Es waren Kleinigkeiten, die ihnen missfallen haben, die in er Fülle und durch das Aufstauen aber zu einer großen Unzufriedenheit geführt haben. Traurig gemacht hat mich, dass ich dies hätte einfach vermeiden können, denn viele der Kleinigkeiten, die Sie unzufrieden gemacht haben, hätte ich einfach ändern können. Seit dieser Erfahrung: Nicht mehr ohne Zwischenevaluation.

Buchtipp: “Gute Lehre in den Naturwissenschaften”

Buchdeckel

Rezension zum Buch: Kaufmann, D. & Eggensperger, P. (2017): Gute Lehre in den Naturwissenschaften. Der Werkzeugkasten: Einfach. Schnell. Erfolgreich. Berlin: Springer-Spektrum.

Das knapp 100 Seiten umfassende Buch „Gute Lehre in den Naturwissenschaften. Der Werkzeugkasten: Einfach. Schnell. Erfolgreich.“ von Dorothea Kaufmann und Petra Eggensperger hält, was es verspricht: Man liest es schnell, es ist einfach zu verstehen, und es enthält sehr konkrete, praktische Tipps und Handwerkszeug für eine erfolgreiche Lehre (nicht nur) in den Naturwissenschaften.

Den beiden Autorinnen ist es gut gelungen, ihre beiden unterschiedlichen beruflichen Hintergründe für die Leser/innen gewinnbringend zu vereinen. So hat das Buch einen klaren Bezug zum hochschuldidaktischen Hintergrund sowie Erkenntnissen aus Lernpsychologie und Motivationspsychologie aus dem Wissensschatz von Petra Eggensperger, langjährige Leiterin der Arbeitsstelle für Hochschuldidaktik der Universität Heidelberg, und enthält zahlreiche, ganz praktische Beispiele aus dem Lehralltag von Dorothea Kaufmann, Wissenschaftlerin und Molekularbiologin, die am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg mit Leidenschaft lehrt.

Das Buch ist wie eine Selbstlerneinheit aufgebaut. So beginnt jedes Kapitel mit der Nennung der Lernziele, wirft Reflexionsfragen auf, bietet Platz, sie schriftlich zu beantworten und endet mit der Aufforderung, die wichtigsten eigenen Erkenntnisse zu notieren (dafür ist ebenfalls Platz vorgesehen).

Im Kapitel 1 wird grob in die theoretischen Erkenntnisse zum Lernen und Lehren eingeführt.

Die Kapitel 2-8 behandeln dann jeweils ganz konkrete Herausforderungen, mit denen sich Lehrende konfrontiert sehen (z. B. „Wie bringe ich meine Studierenden zur Mitarbeit?“ Oder „Wie überprüfe ich den Lernerfolg?“). Auf ca. einer halben Seite wird dann jeweils der theoretische Hintergrund angerissen, dann wird eine Lösung für die aufgeworfene Frage vorgeschlagen, bevor dann jeweils ganz konkrete Beispiele folgen, was Lehrende tun können, um mit dieser Herausforderung umzugehen. Es folgen dann jeweils noch einige Zeilen dazu, welche Erfahrungen die Autorinnen mit den vorgestellten Tools und Techniken gemacht haben.

Wer schnelle Antworten und Lösungen für konkrete Herausforderungen sucht, liegt mit diesem Buch absolut richtig. Die Tools und Tipps, die vorgeschlagen werden, sind praktisch, direkt einsetzbar und auch sehr sinnvoll, weil lernförderlich.

Wer jedoch auch nach Erklärungen dafür sucht, warum diese Tools und Techniken funktionieren, wird im Buch weniger Antworten finden. Die Theorie bleibt für mich als erfahrene Hochschuldidaktikerin zu oberflächlich; die Tipps und Tools werden nicht selten in der Aufforderungsform der Art „Geben Sie Ihren Studierenden …“ oder „Fragen Sie Ihre Studierenden …“ aber ohne Begründung gegeben, warum sie sinnvoll sind.

Fazit: Ein sehr geeignetes Buch für Lehrpraktiker/innen, die in kurzer Zeit, sinnvolle Ideen für die Verbesserung Ihrer Lehre erhalten wollen, ohne zu tief in die Hintergründe der Hochschuldidaktik einsteigen zu wollen.

 

Das Buch können Sie bei Interesse bei amazon bestellen.

 

Auf der Suche nach weiteren Buchtipps? Hier finden Sie alle bisher empfohlenen Bücher aus der Hochschuldidaktik. Oder schauen Sie doch in unserer Schatzkiste vorbei, wenn es auch Online-Material sein darf.

Didaktik-To-Go: Prüfen Sie fair, indem …

Eine Hand hält einen Stift und füllt Multiple-Choice-Fragen aus, warmes Licht im Hintergrund

… Sie die zu prüfenden Lernziele konkret benennen.

Tipp

Sagen Sie Ihren Studierenden bereits zu Beginn einer Lehrveranstaltung, was sie am Ende können sollen. 

Ihre Vorteile

  • So prüfen Sie später nicht den Zufall, mit dem sich die Studierenden auf das Richtige vorbereitet haben, d.h. Sie prüfen fairer.
  • Sie ersparen sich Fragen der Studierenden wie “Kommt das in der Klausur dran?” oder “Ist das klausurrelevant?”

Begründung

Wenn Sie Ihren Studierenden nicht nur die Themen der Prüfung benennen, sondern auch offenlegen, was sie mit diesen Inhalten tun können sollen, wissen diese, was zu lernen ist. Ansonsten wissen sie z.B. nicht, ob sie eine Theorie auswendig lernen sollen oder ob sie sie als Entscheidungsgrundlage für ein bestimmtes Vorgehen nutzen können sollen. Studierende können dann nicht wissen, was von Ihnen erwartet wird.

Meine Erfahrung damit

Nicht nur für die Studierenden wird die Vorbereitung auf die Prüfung transparenter. Auch für mich ist es sehr viel leichter, die Prüfung vorzubereiten, weil ich mir dann sehr viel klarer darüber werden muss, was ich eigentlich prüfen möchte. Um die Prüfung selbst dann zu erstellen, nutze ich sogenannte Blueprints. Diese helfen mir eine sinnvolle Gewichtung der Aufgaben bzw. Kriterien für die Bewertung von Prüfungen und Leistungsnachweisen vorzunehmen.

Denken Sie, dass Ihnen solche Blueprints auch helfen könnten?

Dann lernen Sie es doch in meinem Online-Kurs “Wie Sie Leistungsnachweise und Prüfungen fair gestalten und bewerten”. Sie erhalten ihn hier für regulär 29,99 € – aber häufig gibt es zusätzlichen Rabatt! Schauen Sie doch einfach mal die Vorschauvideos an.

Didaktik-To-Go: Sagen Sie Ihren Lernenden immer …

Eine Person steht auf einem Berg

… welche Relevanz die Lernziele für sie haben.

Verdeutlichen Sie Ihren Lernenden zu Beginn einer Lehrveranstaltung,

  • warum diese Lehrveranstaltung für die Lernenden persönlich relevant ist.
  • welche Relevanz die Inhalte für das weitere (Berufs-)Leben der Lernenden hat.
  • warum es sich für sie lohnt, dabei zu sein.

Ihre Vorteile

  • Die Lernenden sind interessierter, folglich auch engagierter und aktiver, beteiligen sich mehr und stören weniger.
  • Die Lernenden lernen durch das höhere Interesse und dadurch das höhere Engagement mehr, weil sie aktiver sind.

Begründung

Menschen sind bereit, sich anzustrengen, wenn es sich für sie lohnt. Solange Teilnehmende einer Lehrveranstaltung, auch Schulung oder Führung, also nicht so genau wissen, warum sie etwas lernen sollten, warum sie aufmerksam sein und sich engagieren sollten, wird sich ihr Engagement in Grenzen halten. Dazu kommt, dass es ihnen dann sehr viel schwerer fallen wird, Anknüpfungspunkte für die neuen Informationen in ihrem bestehenden Wissen zu finden, so dass dadurch das Lernen schwerer oder gar unmöglich wird.

Möchten Sie mehr wissen und erfahren, wie man die Relevanz gut verdeutlicht?

Dann schauen Sie doch gerne mal in meinen kostenlosen Online-Kurs “Aktivierende Methoden für Einstiege in Lehrveranstaltungen” hinein.

Facebook-Gruppe: Einladung zum informellen Austausch

Über einem Tisch voll mit Laptops und Schreibkram sieht man fünf Hände, die sich einen Fistbump geben.

Heute möchte ich Sie einladen zu unserer…

Und das aus gutem Grund:

Bis vor ca. zwei Jahren war ich entschiedene Facebook-Gegnerin und Social-Media-Verweigerin. Ich hielt Facebook für

  • unnötig,
  • sinnlos,
  • etwas, das nur Leute brauchen, die sich darstellen müssen und sonst nichts zu tun haben, als ihr Leben öffentlich zu machen.

Ich hatte auch keine Lust, meine Freunde mit Kaffeetasse auf der Terrasse oder auf dem Sofa zu sehen.

Dann habe ich begonnen, meine ersten Online-Kurse zu entwickeln und wurde vom Support meiner Hosting-Plattform, über die die Online-Kurse laufen, immer wieder angeregt, mich doch der Facebook-Gruppe der Online-Dozent/inn/en anzuschließen. Man versicherte mir, dass ich dort hilfreiche Tipps und Tricks lernen, von der Erfahrung der Kolleg/inn/en profitieren und jederzeit unkompliziert Fragen stellen könnte, die schnell und ebenso unkompliziert von den anderen beantwortet werden würden.

Das kam für mich gar nicht in Frage. Ich wollte nicht zu Facebook.

Ich „wurschtelte“ weiter an meinen Online-Kursen herum. Ich fühlte mich alleine. Ich war verzweifelt und wollte mehr als nur einmal aufgeben.

Immer öfter kam mir doch diese Facebook-Gruppe in den Sinn: War das vielleicht doch etwas?

Schließlich habe ich mich durchgerungen, habe ein Facebook-Account angelegt und bin der Gruppe beigetreten.

Und …. tatatataaaa:

  • Plötzlich war ich nicht mehr alleine.
  • Plötzlich konnte ich lesen, dass andere vor ähnlichen Herausforderungen stehen wie ich.
  • Plötzlich konnte ich lesen, wie andere mit den Herausforderungen, vor denen ich stand, umgegangen sind.
  • Ich konnte Fragen stellen und habe unkompliziert und schnell hilfreiche Antworten bekommen.

Jetzt konnte ich viel sicherer meine Online-Kurse produzieren. Ich hatte immer das Gefühl, dass jemand da ist, der mir jederzeit auch hilft.

Mittlerweile bin ich in zahlreichen Facebook-Gruppen und profitiere oft einfach auch nur durch das Mitlesen der Posts der anderen und durch die vielen interessanten Dinge rund um das jeweilige Thema, die ich sonst im Dunst des Internets nie gefunden hätte.

Diese Erfahrungen haben mich schließlich auf die Idee gebracht, eine geschlossene Facebook-Gruppe für die Hochschuldidaktik zu erstellen. Inzwischen hat sie über 150 Mitglieder.

Zu dieser möchte ich Sie ganz herzlich einladen.

Sie hat das Ziel, eine Plattform für den informellen Austausch zwischen Menschen zu sein, die beruflich vor ähnlichen Herausforderungen stehen: Dozierende an Hochschulen und Universitäten, die Lehrveranstaltungen durchführen, Studierende beraten und Prüfungen abnehmen. (Mehr dazu, was uns wichtig ist, können Sie in unserer Philosophie nachlesen.)

In der Gruppe haben Sie die Möglichkeit,

  • Fragen zu stellen und
  • von der Schwarmintelligenz der anderen Gruppenmitglieder zu profitieren, die die Fragen beantworten und von eigenen Erfahrungen berichten.
  • Sie können auch einfach nur mitlesen und vielleicht mal eine Frage beantworten.

Der inhaltliche Schwerpunkt wird natürlich auf der Didaktik und Methodik liegen:

  • Wie kann man Lernende motivieren?
  • Weiß jemand einen guten Einstieg in eine Lehrveranstaltung zum Thema X oder eine Schulung zu Citavi?
  • Was macht Ihr, wenn Studierende wiederholt zu spät kommen?
  • Ich habe hier eine super Seite gefunden, wie man Multiple-Choice-Fragen entwickelt.

Die Gruppe wird von uns moderiert und ist werbefrei. Nina und ich achten darauf, dass der Ton in den Gruppen konstruktiv und freundlich ist und sorgen für  eine konstruktive und angenehme Atmosphäre.

Lust bekommen?

Schauen Sie doch einfach mal vorbei. Ich würde mich sehr freuen.

Bis gleich also 😊

Liebe Grüße

Ulrike Hanke

Didaktik-To-Go: Damit längere Gruppenarbeiten gut gelingen…

Eine Gruppe junger Menschen diskutiert fröhlich

…lassen Sie die Studierenden die Gruppen selbst bilden.

 

Konkreter Tipp

Lassen Sie, wenn es keine benennbaren Gründe gibt, die dagegen sprechen, die Studierenden bei längeren Gruppenarbeiten die Gruppen selbst bilden.

Ihre Vorteile dabei

  • Sie sparen die Zeit, die Sie für die Gruppeneinteilung benötigen.
  • Sie sparen die Zeit für die Gruppenfindungsphasen.
  • Sie sparen die Zeit, die Sie dafür bräuchten, auftretende Schwierigkeiten in den Gruppen zu klären – Schwierigkeiten sind in vorgegebenen Gruppen häufiger.

Warum ist das so?

Menschen sind motiviert, wenn sie sich als autonom erleben können. In Lehrsituationen können Lehrende ihren Studierenden jedoch oft keine oder nur wenig Autonomie ermöglichen. Deshalb ist es sinnvoll, dies immer zu tun, wenn es möglich ist. Bei der Gruppenzusammensetzung ist dies oft möglich.

Meine Erfahrung damit

Wenn die Studierenden die Gruppen frei bilden können, laufen manche Gruppenarbeiten hervorragend und andere eher schlechter. Meistens finden sich nämlich die motivierteren Studierenden automatisch in Gruppen zusammen und die unmotivierteren in anderen. Das kommt mir sehr entgegen. Da ich meine Rolle als Dozentin darin sehe, Lerngelegenheiten zu bieten, werden so zumindest die motivierteren nicht ausgebremst, weil sie mit unmotivierteren zusammenarbeiten müssen. Die unmotivierteren versuche ich dann noch etwas “ins Boot zu holen”. Wenn sie aber gar nicht wollen, kann ich damit leben.

Didaktik-To-Go: Ziehen Sie ein Zwischen- oder Abschlussfazit…

Diese Infograik zeigt, dass bei einem Marktspaziergang zuerst Themen verteilt werden, dann werden Marktstand-Einträge erarbeitet. Schließlich öffnet der Markt und die Studis können sich alle Stände anschauen.

…mit einem Marktspaziergang.

Wie beendet man ein Semester inhaltlich? Wie zieht man ein Zwischenfazit? Wie unterstützt man den Studierenden, ihr neues Wissen zu konsolidieren und sich z.B. auf eine Klausur vorzubereiten?

Meine Lieblingsmethode für diese Zwecke ist der sogenannte Marktspaziergang.
Wie der Marktspaziergang funktioniert, erfahren Sie in der obigen Infografik.

Wenn Sie mehr erfahren möchten, können Sie sich in meinem Gastbeitrag im Lebenslang-Lernen-Blog der PH Zürich weiter informieren.

Lernende motivieren? Muss ich das? Und wenn ja, wie?

Zwei Frauen stehen auf einem Berg, sie heben die Arme in die Luft und freuen sich

Das Motivieren von Lernenden ist ein Dauerbrenner bei allen Lehrenden. Es stellen sich Fragen wie: Wie motiviert man die Lernenden? Aber auch: Muss ich die Lernenden eigentlich motivieren? Ist das meine Aufgabe?

Grundlegende Motivation ist nötig, damit Menschen lernen, denn ohne grundlegende Motivation wird dem Lerngegenstand keine Aufmerksamkeit geschenkt. Und ohne Aufmerksamkeit erfolgt kein Lernen.

Nun ist es natürlich abhängig vom Rollenverständnis und auch der konkreten Aufgabe, die wir als Lehrende erfüllen müssen, inwieweit wir uns als Motivator/inn/en sehen oder auch nicht. Während Lehrende an Hochschulen sich möglicherweise weniger als Motivator/inn/en sehen – schließlich sind die Studierenden freiwillig an der Hochschule oder Universität – ist dies bei Lehrer/innen im Schuldienst sicherlich anders. Ihnen kommt mehr auch die Aufgabe des Erziehens und Sozialisierens zu, so dass es hier sicherlich mehr gilt, die Schüler/innen auch zu motivieren.

Egal, welches Rollenverständnis Sie persönlich haben, ist es nach meiner Überzeugung die Aufgabe aller Lehrenden, zumindest die Motivation der Lernenden zu stärken – auch an Hochschulen und Universitäten.

Wie geht das?

Es beginnt mit Aufmerksamkeit

Wecken Sie am Anfang Aufmerksamkeit, indem Sie einen Einstieg ins Thema gestalten, der neugierig macht. Z.B. können Sie mit einer Frage starten, die die Lernenden noch nicht beantworten können, deren Antwort sie aber interessiert. Sie können auch mit einem Problem oder Fall einsteigen und den Lernenden in Aussicht stellen, dass Sie in dieser Lehrveranstaltung lernen, mit solchen Problemen und Fällen umzugehen. Sehr motivierend ist es auch, eine Fähigkeit zu demonstrieren, die die Lernenden auch beherrschen möchten. Weitere Ideen finden Sie in meinem Blog und meinem Blogbeitrag am Zentrum für Erwachsenenbildung und Hochschuldidaktik der PH Zürich.

Machen Sie die Relevanz deutlich

Informieren Sie die Lernenden über die Ziele, die sie durch die Mitarbeit in der Lehrveranstaltung erreichen können. Je mehr dadurch die Relevanz des Themas für die Lernenden deutlich wird, desto besser. Dies erreichen Sie z.B. auch durch praktische Fälle und Beispiele aus der Praxis (siehe voriger Abschnitt mit den Links).

Sorgen Sie für ein gutes Gruppengefühl

Ermöglichen Sie Interaktionen, damit sich die Lernenden akzeptiert und eingebunden fühlen. Sich in einer Gruppe alleine und anonym zu fühlen, ist nicht motivationsförderlich. Lassen Sie die Lernenden also auch mal zu zweit oder in Gruppen arbeiten. Versuchen auch Sie, mit den einzelnen Lernenden hin und wieder persönlich ins Gespräch zu kommen.

Lassen Sie die Studierenden Kompetenz erleben

Ermöglichen Sie Erfolgserlebnisse. Nichts ist so frustrierend, wie immer zu scheitern. Geben Sie den Lernenden also Aufgaben, die Sie fordern aber nicht überfordern, so dass sie spüren, dass sie schon etwas gelernt haben. Auch das Aufzeigen von erreichten Etappenzielen innerhalb der Lehrveranstaltung erfüllt diesen Zweck.

Lassen Sie Raum für Autonomie

Bieten Sie Wahlmöglichkeiten, wo immer das die Rahmenbedingungen zulassen. D.h. lassen Sie die Lernenden zwischen Aufgaben wählen. Lassen Sie sie wählen, ob sie alleine oder zu zweit arbeiten möchten. Lassen Sie sie ihr Tempo selbst bestimmen. Natürlich geht das in Lehrveranstaltungen nicht immer. Und manchmal gibt es auch gute Gründe, die gegen solche freien Wahlmöglichkeiten sprechen. Dann ist das auch kein Problem. Aber Sie sollten versuchen, nicht IMMER alles vorzugeben.

Nun sind Sie dran

Ich hoffe, diese Tipps helfen Ihnen, eine grundlegend motivierende Lernumgebung für Ihre Lernenden zu schaffen. Damit Sie sich gut daran erinnern, habe ich Ihnen diese Tipps in der angehängten Infografik zusammengefasst und visualisiert.

Viel Spaß damit und bis bald.

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